Wrestling
Chance für Wrestling-Willige

Nicht nur Show, auch knallharter Sport: Wer ein Wrestler sein will, sollte fit sein. Foto: Peter Klauzner
Nicht nur Show, auch knallharter Sport: Wer ein Wrestler sein will, sollte fit sein. Foto: Peter Klauzner
Peter Klaunzer

Ein Neubrandenburger Trio will den Vollkontakt-Kampfsport mit Klamauk-Anteil in MV etablieren. Fakt ist: Vor der Show muss Schweiß fließen.

„Wrestling ist kein Fußball.“ Ein Aha!-Satz, den Jürgen Pultorak genauer erklären muss: „Man darf zu dick sein oder zu dürr, auch zu klein oder zu groß. Jeder ist beim Wrestling akzeptiert, ob Mann oder Frau, welcher Nationalität, Religion auch immer. Wer in anderen Sportarten durchgefallen ist – bei uns hat er oder sie eine Chance.“

Der Neubrandenburger wirbt für eine Kampfsportart, die hier auf dem platten Lande nur aus dem Privat-TV als mehr oder weniger gelungene Show von Muskel-Monstern mit Fantasie-Namen à la Hulk oder Hitman bekannt ist. Posen, Masken, viel Improvisation. Der Sieger steht vorher fest. „Das ist die Ami-Variante und gehört auch dazu“, weiß Pultorak um den Klamauk-Anteil. „Uns geht es aber erst einmal um den sportlichen Aspekt, der beim Wrestling noch wichtiger ist. Wrestling ist ein Vollkontakt-Sport, vor der Show muss Schweiß fließen. Ohne Fitness kann es böse Verletzungen geben.“ Fallschule, Gymnastik, Würfe, Klimmzüge – Trainingsklassiker für Kraft und Beweglichkeit.

Pultorak ist wie André Rohloff Vize der neugegründeten Northern Wrestling Division (NWD). Gemeinsam mit Präsident Stefan Reiher wollen sie das Wrestling in Mecklenburg-Vorpommern etablieren.

Der erste Schritt: „Jugendliche ab 14 Jahre und Erwachsene, die Interesse an diesem Sport haben, können sich bei mir melden oder auch beim Verein TSC Neubrandenburg, wo wir bei guter Resonanz im Januar 2015 eine Abteilung gründen und ein Probetraining anbieten“, sagt Putorak. Wenn genug Wrestling-Willige zusammenkommen, werde man einen „professionellen Coach aus Berlin engagieren“. Der 58-Jährige fühlt sich als Ex-Ringer dem Wrestling verbunden und trainiert übrigens seit anderthalb Jahren selbst wieder Kondition. Netter Nebeneffekt: „16 Kilo sind runter.“

Das NWD-Trio will mit Abend-Shows durch Mecklenburg-Vorpommern ziehen und die Lust auf Wrestling wecken. Premiere soll am 18. Oktober, 19 Uhr, im Warener Bürgersaal sein. Warum nicht in Neubrandenburg? „Die Saalmiete in Waren ist günstiger“, teilt Jürgen Pultorak mit. Er kümmert sich um die Finanzen und trägt darum den Künstlernamen „Gold Money“: „Ich staune selbst ein wenig, es finden sich Sponsoren.“

MV ist ein Wrestling-Entwicklungsland. „In Berlin, Dresden und Magdeburg gibt es dagegen schon eine Szene“, sagt Jürgen Pultorak, der mit seinen Mitstreitern häufig zu Gast in der Bundeshauptstadt ist, wo monatlich in einem Großzelt nahe dem Ostbahnhof Wrestling mit allem Pipapo gezeigt wird.