Fußball-Regionalliga

Schönberg zieht zurück - Neustrelitz kann nicht jubeln

Mit dem FC Schönberg hat der zweite Verein in der Regionalliga jetzt seinen Rückzug erklärt. Damit könnte Neustrelitz selbst als Letzter die Klasse halten. Dennoch fallen die Reaktionen nüchtern aus.
Matthias Schütt Matthias Schütt
Detlef Granzow Detlef Granzow
Schönberger Fans im Neustrelitzer Parkstadion bei einem Spiel gegen die TSG.
Schönberger Fans im Neustrelitzer Parkstadion bei einem Spiel gegen die TSG. Mathias Schütt
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Neustrelitz.

In den letzten Wochen haben es bereits die Spatzen von den Dächern der Regionalliga Nordost gepfiffen: Der FC Schönberg zieht die Reißleine und meldet sein Team aus der vierthöchsten Fußball-Spielklasse der Republik ab. Damit geht ein zweijähriges Gastspiel der Schönberger in der Regionalliga zu Ende. Der Verein begründet dies mit finanziellen Problemen.

Damit ergeben sich für die Neustrelitzer Regionalliga-Kicker ganz neue Situationen im Abstiegskampf. Da mit der Bundesliga-Reserve von RB Leipzig sich bereits eine Mannschaft zur neuen Saison aus der Regionalliga zurückzieht, stehen bereits zwei Absteiger fest. Das heißt für die Neustrelitzer: Wenn der Staffelerste aufsteigen sollte oder kein Ost-Klub aus Liga drei absteigen sollte, wäre der Klassenerhalt bereits jetzt schon sicher.

Neustrelitzer verstehen Schönberger Probleme

Dennoch herrschte im Parkstadion kein Jubel, als die Meldung über den Rückzug der Schönberger bekannt wurde. TSG-Präsident Hauke Runge machte besonders die enormen Auflagen für die Liga als Grund für das Schönberger Scheitern aus: „Es ist schade, dass der Druck mittlerweile in der Regionalliga so hoch ist, dass die Teilnahme am Spielbetrieb kaum zu stemmen ist.” Er könne aus eigener Erfahrung sprechen. „Bei uns herrscht null Freude, da die Entscheidung der Schönberger den Fußball im Land runter reißt.”

Die Stimmung in der Regionalliga-Mannschaft brachte Rene Pütt, der Kapitän der Residenzstädter auf den Punkt: „Man hat irgendwie schon ein schlechtes Gewissen, sollte man auf diese Art und Weise die Klasse halten. Vielleicht hilft uns das jetzt aber als Team, dass wir die Köpfe für die restlichen Saisonspiele freibekommen.”

Bereits morgen Abend gegen Viktoria Berlin (Anstoß 19 Uhr) kann die Mannschaft sportlich eine Reaktion zeigen. Und auch auf den Rängen dürfte der Schönberg-Beschluss kräftig für Diskussionsstoff sorgen.

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