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Ein Kicker leitet nun das ganze Team

Co-Trainer Michael Schwerdtfeger, Trainer Tomasz Grzegorczyk und der neue Sportlicher Leiter Daniel Pankau arbeiten zusammen mit der Mannschaft des SV Greif an guten Ergebnissen.
Co-Trainer Michael Schwerdtfeger, Trainer Tomasz Grzegorczyk und der neue Sportlicher Leiter Daniel Pankau arbeiten zusammen mit der Mannschaft des SV Greif an guten Ergebnissen.
Andy Bünning

Seit drei Monaten bekleidet Daniel Pankau das Amt des sportlichen Leiters beim Oberligisten Torgelower SV Greif. Der einstige Torjäger macht den Job jenseits des Rasens gern, seine Zukunft ist dennoch offen.

Daniel Pankau sagt, dass er zufrieden sei, wenn er vor dem Training beim Torgelower SV Greif in die Kabine kommt. Die Jungs sitzen da auf ihren Bänken, ziehen sich die Fußballstiefel für die nächste Übungseinheit über und witzeln. Vielleicht ruft einer dieser Jungs auch: „Hey, Sportdirektor. Alles klar?“ Und Daniel Pankau würde dann wahrscheinlich schmunzeln und antworten: „Lass den Quatsch.“ Sportdirektor ist der 31-Jährige nicht beim Fußball-Oberligisten aus der vorpommerschen Kleinstadt, sondern sportlicher Leiter.

Seit gut drei Monaten bekleidet der einstige Torjäger und Publikumsliebling des TSV Greif, der wegen Problemen mit der Hüfte und dem Rücken nicht mehr kicken darf, dieses Amt. Daniel Pankau ist unter anderem verantwortlich für die Kaderplanung und Spielanalysen bei der Liga-Konkurrenz. Mit Co-Trainer Michael Schwerdtfeger besuchte er in den vergangenen Wochen viele Oberligapartien. An der Zusammenstellung der neuen Greifen-Mannschaft, die nach dem Abstieg aus der Regionalliga im Sommer einem Totalumbau unterzogen wurde, hat er einen großen Anteil. Greif-Boss Dietrich Lehmann spart da auch nicht mit Lob. „Was Daniel, der ja sehr viele Kontakte in der Szene hat, und Trainer Tomasz Grzegorczyk da geleistet haben, ist unglaublich.“

Daniel Pankau freut sich über die Anerkennung, weiß aber auch, dass es im Umfeld auch einige Kritiker gab und immer noch gibt – frei nach dem Motto sportlicher Leiter kann er nicht. „Ich kenne diese Unkenrufe, schließlich bin ich von heute auf morgen in diese Position gekommen.“ Doch als er im Sommer von den Vereinsbossen gefragt wurde, ob er sich diesen Posten vorstellen könnte, besprach sich Pankau kurz mit seiner Frau Diana und gab schließlich sein Okay.

Nach der schweren Vorsaison mit dem Abstieg aus der vierten Fußballliga und der Insolvenz des TSV Greif sei es für ihn um den Verein gegangen. Die folgenden Wochen waren jedoch intensiv. Der 31-Jährige war nur noch unterwegs auf der Suche nach Fußballern für den Neuanfang in der Oberliga. „Es waren schwere Wochen“, erzählt Pankau. Auf das Ergebnis nach drei Monaten ist er stolz. Der TSV Greif steht wider Erwarten ganz gut da in der Oberliga: Vor dem Punktspiel am Sonnabend beim SV Lichtenberg (Anstoß 14 Uhr) belegt Torgelow Platz sieben. Vor allem auswärts zeigte die Truppe, die vor Saisonbeginn für viele Kenner bereits als erster Absteiger feststand, bereits mehrfach ihr Potenzial. „Ich denke, dass wir eine spielerisch starke Mannschaft haben.“ Dass das Team seine Klasse vor heimischem Publikum bislang nur angedeutet hat, bedauert er selbst am meisten. „Ich sehe jeden Tag im Training, was die Jungs drauf haben. Aber es ist eben auch eine völlig neue Mannschaft, die noch etwas Zeit braucht.“ Charakterlich sei die Truppe aber eine ganz andere als die der Regionalligasaison. „Es ist eine Einheit.“

Ob Daniel Pankau diesen Weg weiter begleiten wird, ist allerdings nicht sicher. Die Arbeit als Koch in der Eisengießerei, seine Frau und die zwei Kinder – das alles lasse sich nur sehr schwer vereinbaren mit dem Posten beim Torgelower SV Greif. „In der Oberliga kann man so was nicht nebenbei machen, dazu kostet das alles viel zu viel Zeit. Die Familie leidet an manchen Tagen schon sehr darunter“, sagt er. Und das möchte der Torgelower nicht. Mit dem Vereinschef habe es bereits Gespräche über die Zukunft gegeben. Der Ausgang ist offen.