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Auf zum Sommerfest bei den Ukranen

Ukranen der Neuzeit feiern in der historischen Siedlung an der Uecker ihr Sommerfest mit Besuchern. Da gibt es auch manche Überraschung.
Simone Weirauch Simone Weirauch
So könnten sie ausgesehen haben, die Ukranen, die an der Uecker siedelten. Museumspädagoge Frank Wilke ist seit 20 Jahren im
So könnten sie ausgesehen haben, die Ukranen, die an der Uecker siedelten. Museumspädagoge Frank Wilke ist seit 20 Jahren im Ukranenland zu Hause. NK-Archiv/S. Weirauch Simone Weirauch
Historische Kostüme werden bei Dreharbeiten zum Film „Black Death“ angezogen. Die Dreharbeiten für den historischen Film
Historische Kostüme werden bei Dreharbeiten zum Film „Black Death” angezogen. Die Dreharbeiten für den historischen Film liefen 2009 im Ukranenland Torgelow. Foto: Archiv NK/Archiv
Torgelow.

Wer mehr über das Leben der geheimnisvollen Ukranen erfahren will, sollte sich am Wochenende auf den Weg nach Torgelow machen. Im Freilichtmuseum vor den Toren der Stadt treffen Besucher auf eine bunte Schar fleißiger Handwerker und weit gereister Händler. Sie bevölkern am Sonnabend und Sonntag die historische Siedlung an der Uecker, wo es ansonsten eher still und bedächtig zugeht. Doch an diesem Wochenende wird ein Sommerfest gefeiert. Die Spielleute von „Cantilena“ macht mittelalterliche Musik, da hüpfen die Füße von allein und die Hüften wiegen sich. Dazu wird in einer Modenschau vorgeführt, wie die Kleidung der Ukranen ausgesehen haben könnte und wie allgemein die Gewänder von Frauen und Männern im frühen Mittelalter beschaffen waren.

Sonderschau im Haffmuseum führt ins slawische Mittelalter

Für Trubel beim Sommerfest werden wohl auch einige Wikinger sorgen, die nichts Gutes im Schilde führen. Sie fallen mit ihren Waffen in die Siedlung ein. Werden die wackeren Slawenkrieger ihre Siedlung gegen die Angreifer verteidigen können? Die Besucher des Sommerfestes werden es erleben. Nicht nur für Unterhaltung und Abwechslung ist beim Sommerfest gesorgt, hungrige Gäste können auch köstliche Speisen zu sich nehmen – was eben für die Ukranen köstlich gewesen sein könnte. Fladen, Suppen und andere Speisen munden durchaus auch dem modernen Menschen. Wer sich gut gestärkt hat, kann seine Kraft und Geschicklichkeit beweisen, und zwar beim Bogenschießen, beim Speerwurf oder in der Rudermannschaft auf der Uecker.

Das Ukranenland ist am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Freilichtmuseum Ukranenland ist eine für Vorpommern einmalige museale Einrichtung. In dieser slawische Handels- und Handwerkersiedlung aus dem 9. und 10. Jahrhundert wurden nach archäologischen Befunden Block-, Bohlen- und Flechtwandhäuser in Originalgröße rekonstruiert. Die Ukranen der Neuzeit zeigen täglich in historischer Kleidung ihre Fähigkeiten: Man kann gerne dem Schmied, Schnitzer oder der Töpferin über die Schulter schauen und sich auch selbst gerne in jenen alten Techniken versuchen. Über das Leben und Wirken der Ukranen informiert der Torgelower Ukranenverein übrigens zurzeit auch im Ueckermünder Haffmuseum.

Die Sonderschau im Haffmuseum führt ins slawische Mittelalter. Anhand archäologischer Funde und Nachbauten wird die Zeit der Besiedlung zwischen dem Ende des 7. bis zum 12. Jahrhundert wieder lebendig. Mit rekonstruierten Gegenständen macht sich der Besucher auf den Weg durch die Vergangenheit. Zahlreiche Sammlungen geben einen guten Überblick zur Geschichte der Ukranen. Noch bis zum 29. September ist die Sonderausstellung täglich zu sehen – außer Dienstag von 10 bis 17 Uhr.

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