BAUPLÄNE

Malchins Schulzentrum wird kleiner als geplant

Für fast 50 Millionen Euro wollte Malchin alle Schulen in der Stadt in der Warener Straße konzentrieren. Doch schon ein Neubau der Regionalschule würde teuer werden als erlaubt. Nun holt die Stadt einen Plan B aus der Schublade.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Der Weg zu einem Schulzentrum in Malchin ist nun doch steiniger, als man es sich im Rathaus gedacht hatte. Nun soll nur
Der Weg zu einem Schulzentrum in Malchin ist nun doch steiniger, als man es sich im Rathaus gedacht hatte. Nun soll nur noch eine kleine Variante entstehen, bei der die Marcus-Schule in diesem Gebäude bleibt und saniert wird. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Die Skepsis überwog von Anfang an: Kann sich die kleine Stadt Malchin ein komplett neues Schulzentrum für fast 50 Millionen Euro leisten? Gymnasium, Marcus- und Grundschule sollten dafür in Schulneubauten an der Warener Straße im Bereich der Berufsschule bis hinüber zum ehemaligen KfL umziehen. Ein extra gegründeter Sonderausschuss mit Stadt- und Schulvertretern hat sich mit der Frage befasst – und sich nun wieder aufgelöst. Das Ergebnis: Ein Schulzentrum in der vorgesehenen Dimension lässt sich nicht umsetzen, diese Idee ist damit vom Tisch, wie Bürgermeister Axel Müller (CDU) jetzt dem Nordkurier mitteilte.

Gescheitert an einer relativ geringen Summe

Gescheitert ist das Projekt an einer vergleichsweise eher geringen Summe, wenn man die 50 Millionen Euro als Maßstab nehmen würde. Der Neubau der Regionalen Schule „Siegfried Marcus“ an der Warener Straße hätte nämlich nicht mehr als fünf Millionen Euro kosten dürfen. Die Stadt wollte eigentlich die für die Sanierung und den Umbau der Marcus-Schule zur Schule mit spezifischer Inklusions-Kompetenz eingeplanten Fördergelder in einen Neubau umleiten und hatte dafür vom Schweriner Bildungsministerium auch bereits grünes Licht bekommen: Das Problem: Die Fördergelder aus dem europäischen ELER-Programm dürfen nicht durch weitere Fördergelder aufgestockt werden, so dass ein Neubau der Regionalschule tatsächlich nur etwa fünf Millionen Euro kosten dürfte. „Das aber kriegen wir nicht hin, für diese Summe ist das nicht zu machen“, erklärte der Bürgermeister.

Das Schulzentrum kommt, aber in kleinerer Version

Doch wie geht es dann nun weiter mit Malchins Schullandschaft? An einer Art Schulzentrum wolle die Stadt festhalten, wenn allerdings auch etwas kleiner und an einem anderen Standort, wie Müller berichtet. Demnach soll die Marcus-Schule nun tatsächlich wie ursprünglich geplant saniert und für die Inklusion ausgebaut werden. Die Ausschreibung der Arbeiten habe die Stadt bereits auf den Weg gebracht. So wie die Marcus-Schule werde auch das Gymnasium – das sich in Trägerschaft des Seenplatten-Landkreises befindet – seinen Standort behalten. Zwischen den beiden Schulgebäuden an der Rudolf-Fritz-Straße sollen nun aber mehrere neue Gebäude entstehen, die die Grundschule und auch die Schule am Wedenhof aufnehmen sollen. Außerdem sind hier ein zentrales Mensa-Gebäude und eine zweite Sporthalle vorgesehen. Zwischen 20 und 30 Millionen Euro würde diese Variante kosten. Auch sie lässt sich nur umsetzen, wenn es der Stadt gelingt an Fördermittel zu kommen.

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