MV UND BRANDENBURG

Betrüger vermieten gekaperte Ferienwohnungen

Der Verband Deutscher Ferienhausagenturen schlägt Alarm. Mit gefälschten Internetangeboten versuchen Kriminelle offenbar, Urlauber abzuzocken.
Die Buchungen für Ferienwohnungen im Sommer laufen längst. Aber Vorsicht: Es gibt auch betrügerische Angebote,
Die Buchungen für Ferienwohnungen im Sommer laufen längst. Aber Vorsicht: Es gibt auch betrügerische Angebote, bei denen der finanzielle Totalverlust droht. Daniel Reinhardt
Neubrandenburg ·

Die Sehnsucht nach einem sicheren Urlaub lockt offenbar im großen Stil Betrüger an. Insbesondere Ferienwohnungen und -häuser gelten in der Corona-Pandemie als erste Adresse, wenn die Einschränkungen weiter gelockert werden sollten. „Bei uns gehen täglich Betrugsmeldungen zu einer Website ein, auf der Ferienhäuser in Deutschland und Dänemark zur Miete angeboten werden“, warnte Monika Kowalewski, Präsidentin des Verbands Deutscher Ferienhausagenturen (VDFA), der nach eigenen Angaben die inhabergeführten und in Deutschland ansässigen Ferienhausvermieter vertritt. „Der Schaden wird riesig sein“, blickt sie auf Nachfrage dem Nordkurier voraus. Vermutlich komme eine Betrugssumme im sechsstelligen Bereich zusammen.

Müritzregion besonders betroffen

Betroffen sind nach Angaben des Verbandes sowohl Mieter als auch Anbieter von Ferienimmobilien in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Ganz vorn stehen demnach die Müritzregion als „größtes deutsches Seengebiet“ sowie die Ostsee mit ihren „traumhaften Küsten und tollen Städten“, wie es auf der verdächtigen Website ferienpartner.co heißt. Mit dabei Waren/Müritz, Fleesensee im Binnenland, Ahlbeck, Zinnowitz oder Sellin an der Küste. Mit Orten wie Lübben, Schlepzig oder Burg geht in Brandenburg der Spreewald als „einzigartiges Wasserlabyrinth“ weg.

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„Viele wissen noch gar nicht, dass sie betrogen worden sind“, sagt Monika Kowalewski. Das böse Erwachen werde manchmal erst kommen, wenn die Urlauber in ihr Feriendomizil ziehen wollten. Die Angebote zu den Häusern seien größtenteils von einem seriösen Online-Portal illegal kopiert worden. Als Lockmittel für den Betrug dienten deutlich günstigere Preise.

Bei einer Buchung würden sofort 50 Prozent Anzahlung verlangt, berichtet sie. „Üblich wären höchstens 20 bis 30 Prozent“, so Kowalewski. Die Restsumme werde bereits 30 Tage vor Reisebeginn verlangt, mit einem versprochenen Rabatt von zehn Prozent.

„Ferienhauspartner” blockt ab

Laut Impressum der Seite ferienhauspartner.co sitzt das Unternehmen in der hessischen Kleinstadt Bad Camberg. Versuche des Nordkurier, mit dem angegebenen Betreiber in Kontakt zu kommen und eine Stellungnahme zu ermöglichen, scheiterten. Bei der angegebenen Rufnummer springt sofort eine Bandansage mit dem Hinweis an, dass man sich wegen Corona im Homeoffice befinde und den Anruf deswegen nicht persönlich entgegennehmen könne. Empfohlen wird eine Mail-Adresse. Die Nachfrage auf diesem Weg lief ebenfalls ins Leere.

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„Die von den Kriminellen verschickten Reisesicherungsscheine sind Totalfälschungen“, bestätigte eine Sprecherin der R+V-Versicherung gegenüber unserer Zeitung Hinweise über eine Masche der mutmaßlichen Betrüger. „Der angebliche Reiseunternehmer, der im Impressum der Website steht, ist uns nicht bekannt und steht in keiner vertraglichen Beziehung zur R+V Versicherung“, so die Auskunft.

Angesichts der Erfahrungen aus den vergangenen Jahren geht die VDFA-Präsidentin davon aus, dass hinter dem Betrug organisierte Kriminelle stecken, die die Betrugsseite auf ausländischen Servern betreiben. Anzeigen bei der Polizei müssten am Wohnort der Geschädigten erstattet werden.

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Kommentare (3)

Da könnte die BaFin helfen und das Geld aufspüren. Aber das scheitert wieder am Daten- sprich Täterschutz.

Im Kampf gegen Rechts werden bekanntlich Millionenbeträge locker gemacht, die vorher nie vorhanden waren. Selbst die Polizei und der Staatsschutz werden trotz Personalmangel im Großaufgebot plötzlich aktiv. Wenn es aber um organisierten Betrug geht, fehlen Gelder und Personal. Wird man nach langer Zeit dann doch noch aktiv, sind die Täter bereits über alle Berge verschwunden. Siehe auch Bode-Museum Berlin und grünes Gewölbe in Dresden!

Fangen wir hinten an: Die Täter von Bode-Museum und Gewölbe sind ermittelt.
Der "Kampf" gegen Nazis ist sogar unterfinanziert, über 200 Morde in 30 Jahren und hunderttausende Straftaten sprechen für sich.
https://www.dw.com/de/chronologie-rechte-gewalt-in-deutschland/a-49251032
Es gibt keine netten Jungs von nebenan, die Glatze und Boots tragen. Ein Nazi ist und bleibt auch nur ein erbärmlicher Verbrecher.