NETZAUSBAU

Bürger bleiben weiter auf hohen Stromkosten sitzen

Nach jahrelangem Kampf gegen teure Stromrechnungen in MV und Brandenburg habe beide Landesregierungen jetzt offenbar resigniert. Dafür werden verschiedene Gründe genannt.
Jörg Spreemann Jörg Spreemann
Trügerische Idylle: Der Ausbau der Stromnetze kommt besonders Verbraucher in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern teuer zu
Trügerische Idylle: Der Ausbau der Stromnetze kommt besonders Verbraucher in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern teuer zu stehen. Christoph Schmidt
Neubrandenburg.

Die Stromverbraucher in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg müssen auch künftig mit überdurchschnittlich hohen Stromkosten kalkulieren, obwohl im Nordosten die Kaufkraft besonders niedrig ist. Die Koalitionsregierungen in Potsdam und Schwerin unternehmen derzeit keine Anstrengungen mehr, daran etwas zu ändern. Das hat eine Nachfrage bei den Energieministerien beider Länder ergeben.

Besonders teuer kommt den Verbrauchern der intensive Ausbau der erneuerbaren Energien zu stehen. Weil die erzeugten Energiemengen oft größer sind als der Verbrauch, müssen die Stromnetze erweitert werden, um die Überschüsse abtransportieren zu können. Die Kosten für die Energiewende werden auf die Kunden in der Region umgelegt. Aus diesem Grund machen die Netzentgelte im Nordosten bis zu knapp einem Drittel der Stromrechnung aus.

Nach wie vor würden die Kosten in den „Verteilnetzen“ nicht bundesweit aufgeteilt, bestätigt das zuständige Ministerium in Schwerin. „Alle Versuche, dies politisch zu erreichen, haben keine Mehrheiten dafür gebracht“, räumt das Haus von MV-Energieminister Christian Pegel (SPD) ein. Die Argumentation gegenüber den alten Bundesländern werde zunehmend schwieriger, weil zum Beispiel die dünne Besiedlung die Höhe der Investitionen beeinflusse.

Mehr als neun Cent Netzgebühren

Die Ministerien in Schwerin und Potsdam verweisen übereinstimmend auf den vor mehr als einem Jahr gemeinsam erreichten „Teilerfolg“, wonach zumindest die Kosten für die Höchstspannungsnetze schrittweise bis 2023 bundesweit umgelegt werden. Dabei sinken durch den Kompromiss mit den alten Ländern laut einer Studie der TU Dresden die Netzentgelte lediglich um knapp einen Cent pro Kilowattstunde. Derzeit müssen oft mehr als neun Cent pro Kilowattstunde an Netzgebühren gezahlt werden.

Ein weiteres Ausgleichssystem unter den rund 900 Netzbetreibern in Deutschland wäre mit hohem Aufwand verbunden, argumentiert das Potsdamer Energieministerium. „Dies könnte zu weiteren Kostensteigerungen führen“, betonte eine Sprecherin. Derzeit gebe es durch die Landesregierung Brandenburgs keine Initiativen, ein bundesweit einheitliches Netzentgelt einzuführen.

In Schwerin setzt die Landesregierung nach eigenem Bekunden ihre Hoffnung auf die Digitalisierung der regionalen Stromnetze. Durch die damit verbundene bessere Nutzung der vorhandenen Kapazitäten könnten nicht unbedingt notwendige Investitionen vermieden und der Anstieg der Netzentgelte gebremst werden.

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Kommentare (3)

Ferienhäuser im Schilfgürtel von Vogelschutzgebieten bauen und Posten für den Ehemamm, Verwandte und Freunde beschaffen, hat natürlich Vorang.

Der durch Windkraft und Solarenergie zuviel produzierte Strom wird übrigens gegen Negativzahlung ins EU-Ausland geschickt. Deutschland (bzw. dessen Stromkunden) muss deshalb zig Millionen Euro zumeist an Frankreich zahlen. Die haben sich gefreut und indessen ihre Kernkraftwerke ein bisschen runtergeregelt.

....., über den pol. Wind um zB: um Biodiesel, E100, Solarparks, Photovoltaikanlagen, Kohleausstieg, Atomausstieg, Windenergie, Luftsteuer, CO2 Steuer, Maut, Dieselverbote, E Mobilität - - immer schön weiter so für die glorreichen Einfälle der Administration und zum Wohle unserer Nachbarn ( AE in Polen CSR FR ) - merke: ein Leistungserbringer kann von Steuern und Abgaben nicht leben - easy leben und happy country sehen anders aus ! Der Staat ist noch nicht mal in der Lage auch durch Recht und Gesetzt seine Bürger über ein System zu belohnen wenn sie Müll sammeln und Umweltbewusst nachhaltig leben - er müsste alle seine Entscheidungen selber in Frage stellen und eventuell zurückbauen müssen .... - ????? - armes D