EUROFIGHTER

Nordosten ist Tiefflug-Zone

Zwar gelten zahlreiche Regularien für Luftwaffen-Übungsflüge. Aber im Nordosten dürfen die Flugzeuge sehr tief fliegen. Zu DDR-Zeiten war die Lärmbelästigung allerdings höher.
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Keine andere Flugzone über Land ist ähnlich groß wie die Zone ED-R-401.
Keine andere Flugzone über Land ist ähnlich groß wie die Zone ED-R-401. NK-Grafik: H. Ackermann
Neubrandenburg.

Einerseits ist es naheliegend, dass Deutschlands dünnstbesiedelte Region – und das ist der Nordosten nun einmal – besonders stark von Flugübungen der Luftwaffe betroffen ist: So treffen der Lärm und das Absturz-Risiko immerhin so wenig Menschen wie möglich. Und doch muss man unwillkürlich schlucken, wenn man sich anschaut, wo überall in Deutschland militärische Flüge trainiert werden dürfen: Keine andere Flugzone über Land ist ähnlich groß wie die Zone ED-R-401.

Zwar gelten zahlreiche Regularien, die längst nicht in allen Höhen und zu allen Zeiten Luftwaffen-Übungsflüge erlauben. Aber Fakt ist: Die Flugzeuge dürfen in der Kernzone des Gebiets sehr tief fliegen, was Anwohner in der Region immer wieder nervt – weil die Maschinen offenbar immer über denselben Gebieten innerhalb der großen Übungszone trainieren. So sind auch immer dieselben Anwohner besonders vom Fluglärm betroffen. Nach dem Unfall am Montag meldete sich beispielsweise eine Anwohnerin aus Siedenbollentin (bei Altentreptow) in der Nordkurier-Redaktion und berichtete: „Kurz vor dem Absturz haben über längere Zeit zwei Maschinen in der Luft über unserem Ort trainiert. Sie flogen immer sehr scharf aneinander vorbei, haben Loopings gedreht und flogen dann wieder aufeinander zu. Das war ein unerhörter Lärm!“

Fest steht aber auch: Zu DDR-Zeiten war die Lärmbelästigung durch Kampfjets viel größer als zu Bundeswehr-Zeiten. Auch damals fanden die Flüge vor allem im DDR-Norden statt – und auch Abstürze gab es viel öfter als heute.

In Bundeswehr-Kreisen wird zudem kolportiert, die Flugzone ED-R-401, die in dieser Form seit 2014 besteht, sei quasi der Ausgleich für den 2010 geschlossenen Bombenabwurfplatz bei Wittstock. Gegen diesen hatten über Jahre Bürgerinitiativen mobil gemacht – auch mit Unterstützung von der Müritz und aus der Uckermark.

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Kommentare (5)

willkommen auf dem Truppenübungsplatz MV, auf dem alle Zivilisten lediglich Statisten sind für die, die meinen hier Krieg spielen zu müssen und wie selbstverständlich "Kollateralschäden" (menschliche und materielle) in Kauf nehmen! Dies beweist, dass Menschen nichts zählen und wie widerwärtig der Werbespruch "MV tut gut" letztendlich ist.

Die Übungsflüge zur Navigation sind mMn prinzipiell kein Problem aber Head-Ons als Gefechtsübung, wo eben Berührungen passieren können, sollte man dann über der Ostsee fliegen. Ist zwar teurer, den Krempel im Notfall zu bergen aber die Bundeswehr ist hier nur knapp an einem PR-Fiasko vorbeigeschrammt.

Ja lieber auf der Ostsee zwischen den Windrädern üben, als hier an Land Menschenleben zu riskieren. Wo bleibt der Restverstand bei den Kriegstreiber? Kaputte Windräder schaffen wieder neue Arbeitsplätze, aber warum Menschen töten, wo schon jetzt Arbeitskräftemangel herrscht?

Head-Ons im S fliegt man nur nicht auf 30 Metern, sondern ab 1500 Fuß. Es hat zwar gute Gründe warum Piloten grundsätzlich die Hochschulreife erlangt haben müssen aber sooo schwer sind die mathematischen Grundlagen nicht wieviel Spielraum man bei 500 Knoten und 30 Metern Flughöhe hätte. Fachkräfte und so.

Wenn die Karte so stimmen sollte, wird sie aber nicht eingehalten. Denn über Templin gehen viele Tiefflüge in Richtung Osten. Und Flugübungen mit zwei oder mehr Flugzeugen sollte man über der Ostsee fliegen lassen und nicht über Gebiete mit Dörfer und Städten.