ERNEUERBARE ENERGIEN

Traum von sinkenden Strompreisen platzt in MV und Brandenburg

Gerade im Nordosten Deutschlands könnten die Energiekosten bald wieder steigen, obwohl die Politik für ein Minus bei den Strompreisen sorgen wollte. Das hat einen besonderen Grund.
Per Gesetz sollten die Haushalte bei den Energiekosten entlastet werden. Doch in MV und Brandenburg könnten die Preise de
Per Gesetz sollten die Haushalte bei den Energiekosten entlastet werden. Doch in MV und Brandenburg könnten die Preise dennoch steigen. Arno Burgi
Neubrandenburg.

Die Haushalte und Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg können für das Jahr 2021 offenbar nicht mit sinkenden Strompreisen rechnen. Und das, obwohl das Klimapaket der Bundesregierung gerade hier für Entlastung sorgen sollte. Stattdessen könnte ersten Berechnungen zufolge unter dem Strich sogar eine Erhöhung anstehen.

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Preise im Nordosten weit über dem Durchschnitt

In beiden Ländern steigen demnach die Kosten für den Betrieb der Stromnetze überdurchschnittlich, die auf die Kunden in den jeweiligen Bundesländern umgelegt werden. Besonders betroffen ist MV mit einem Plus von bis zu 18 Prozent, so das Vergleichsportal Check24, das Ankündigungen der Netzbetreiber ausgewertet hat. In Brandenburg liegt das erwartete Plus bei sechs Prozent, der Bundesdurchschnitt wird bei vier Prozent mehr erwartet. Die Bundesnetzagentur geht vorläufig von einem Plus von 0,5 Prozent für Privathaushalte aus.

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Teurer Ausbau der Erneuerbaren Energien

Die Netzkosten tragen mit etwa einem Viertel zu den Stromkosten bei und können ab einer bestimmten Höhe die Einsparungen durch das Klimapaket, mit dem wiederum Kraftstoff und Heizöl teurer werden, aufzehren. Laut dem Portal Verivox liegen die Einsparungen für einen Vier-Personen-Haushalt bei rund 12 Euro im Jahr, ein Minus von durchschnittlich etwa einem Prozent. Dem könnten in MV zwischen 70 und 80 Euro und in Brandenburg bis zu 30 Euro gegenüber stehen, die durch den verteuerten Netzbetrieb anfallen. Unter diese Position fallen unter anderem die Investitionen für den Netzausbau wegen der Erneuerbaren Energien sowie die Ausgleichszahlungen für die Betreiber von Windrädern oder Solaranlagen, wenn die Stromerzeugung mangels Bedarf reduziert werden muss.

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Kommentare (2)

... geht anders. Es sind nicht nur die Ausgleichszahlungen an die Betreiber von Windrädern oder Solaranlagen, wenn mal zuviel Wind und zuviel Sonne ist sondern auch, wenn kein Wind und keine Sonne ist, teuren Atomstrom aus den Nachbarländern einzukaufen, um nicht bei Kerzenschein am Bürotisch zu sitzen oder zu Hause Babykost mit Diesel-Notstrom warmzumachen.

für die weltweit höchsten Strompreise. Wenigstens haben sie es in einem Bereich geschafft, ganz vorne zu sein.