Erste Astrazeneca-Lieferung

Wer profitiert jetzt vom neuen Corona-Impfstoff?

Mit Astrazeneca wird nun der dritte Corona-Impfstoff in Deutschland ausgeliefert. Trotzdem ist es unwahrscheinlich, dass Risikogruppen wie Hausärzte, Erzieher und Lehrer schneller geimpft werden können.
Seit dieser Woche wird auch in Deutschland der Astrazeneca-Impfstoff verabreicht.
Seit dieser Woche wird auch in Deutschland der Astrazeneca-Impfstoff verabreicht. DANNY LAWSON
Schwerin

Nachdem die Zahl der Impfungen in Mecklenburg-Vorpommern in der vergangenen Woche einen deutlichen Einbruch erlitten haben, könnte mit den ersten Astrazeneca-Lieferungen auch für den Nordosten wieder mehr Schwung in die Kampagne gebracht werden. In dieser und der kommenden Woche werden jeweils 7200 Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers geliefert. Danach steigert sich die Menge pro Woche auf 19 200 beziehungsweise 28.800 Impfdosen, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums MV, Gunnar Bauer, gestern mit.

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Zum Vergleich: In der vergangenen Woche wurden lediglich zwischen 2000 und 2500 Erst- beziehungsweise Zweit-Impfungen pro Tag gespritzt. Im Januar waren es täglich an Spitzentagen immerhin noch etwas mehr als 4000 Menschen in MV, die den Piks bekamen.

Glawe will Impftempo erhöhen

Der Gesundheitsminister von MV, Harry Glawe (CDU), geht davon aus, dass sich „das Impftempo erhöhen“ wird. Zudem sei durch andere Anforderungen an Kühlung und Lagerung beim Astrazeneca-Impfstoff ein flexiblerer Einsatz des Impfstoffes möglich.

Während die bislang eingesetzten Impfstoffe von Biontech und Moderna für alle Altersgruppen geeignet sind, hat die EU Astrazeneca-Impfungen nur für Menschen bis 65 Jahre zugelassen. Wer als Jüngerer nun darauf hofft, schneller an eine der begehrten Impfungen zu kommen, dürfte enttäuscht werden.

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Lockerungen nur bei Impfungen?

Geimpft werden auch in den kommenden Wochen zunächst Menschen zwischen 18 und 65 Jahren, die zur höchsten Prioritätsstufe entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (StiKO) gehören. Das sind Personen, die in stationären und teilstationären Einrichtungen sowie in ambulanten Pflegediensten zur Betreuung älterer oder pflegebedürftiger Menschen eingesetzt sind, sowie Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege Begutachtungs- oder Prüftätigkeiten ausüben, sagte Bauer.

Hinzu kommen Ärzte und Krankenpfleger in Krankenhäusern, die in Bereichen mit einem sehr hohen Ansteckungsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig seien, dazu gehören Mitarbeiter auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, in der Palliativversorgung, in der Onkologie und der Transplantationsmedizin. Zudem hätten die Helfer in den Impfzentren einen Impfanspruch, sagte Bauer. Indes fordert Torsten Koplin, gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Schweriner Landtag, eine klare Impfstrategie, nachdem feststeht, dass Astrazeneca nur bis 65 Jahre verimpft wird. Es müsse klar gesagt werden, wer nach der höchsten Prioritätsstufe an der Reihe sei.

„Dort, wo es Lockerungen geben sollte, muss auch geimpft werden“, sagte Koplin, der dabei insbesondere Erzieher von Kitas und Lehrer im Blick hat. Zudem sehe er Hausärzte ganz vorne in der Impf-Reihenfolge, da sie in ihren Praxen dem verstärkten Risiko einer Infektion ausgesetzt seien.

170.000 Impfdosenfür Brandenburg

Brandenburg hat am Sonntag 9600 Dosen Astrazeneca erhalten. Auch hier wird sich die gelieferte Menge in den kommenden Wochen erhöhen. So würden in der ersten März-Woche 45 600 Astrazeneca-Dosen für Brandenburg erwartet, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums Gabriel Hesse. Auch in der Mark soll der Impfstoff vorerst für Menschen unter 65 Jahren verwendet werden, die beispielsweise in der ambulanten und stationären Altenpflege arbeiten.

„Die Planungen zur Umsetzung sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Hesse. Insgesamt sollen bis Anfang März knapp 170.000 Impfdosen von Biontech/Pfizer und Astrazeneca nach Brandenburg geliefert werden.

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