Die Branche leidet nicht nur unter Personalmangel, sondern auch unter der Energiekrise.
Die Branche leidet nicht nur unter Personalmangel, sondern auch unter der Energiekrise. Jens Büttner
Olaf Schöpe, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg (Dehoga)
Olaf Schöpe, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg (Dehoga) Patrick Pleul
Energiekrise

Werden Restaurants und Hotels 2023 noch existieren?

Der Dehoga-Chef aus Brandenburg malt ein düsters Bild. Die Branche werde es kommendes Frühjahr so nicht mehr geben, sagt er. Zuvor warnte schon der MV-Chef vor existenziellen Bedrohungen.
Potsdam

Die durch Personalnot belastete Gastronomie- und Hotelbranche steuert nach Angaben ihres Verbandes auf einen noch schwierigeren Herbst und Winter zu. Hintergrund sind unter anderem die steigenden Energiepreise. Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Brandenburg, Olaf Schöpe, rechnet damit, dass die Menschen bei Restaurantbesuchen und am Urlaub sparen werden. Er befürchtet auch Hotel-Schließungen.

Branche werde es nächstes Frühjahr nicht mehr geben

„Die Gäste werden ein warmes Essen gegen eine warme Dusche tauschen”, sagte Schöpe der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Nachfrage für Urlaubsaufenthalte werde dramatisch zurückgehen. „Die Branche wird es so, wie sie sich jetzt darstellt, im nächsten Frühjahr nicht mehr geben”, sagte Schöpe, der selber Hotels betreibt.

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Auch bei Weihnachtsfeiern, die in der Gastronomie ausgerichtet werden, befürchtet er Einbrüche: „Das wird auch ein Drama werden.” Bereits in dieser Urlaubssaison macht sich die Personalnot in der Branche stark bemerkbar. Restaurants mussten Schöpe zufolge sogar schließen. Bekannt ist, dass Gaststätten in Deutschland auch Öffnungszeiten einschränken oder den Mittagstisch gestrichen haben. Der Dehoga in Brandenburg vertritt nach eigenen Angaben 5500 Restaurants und Hotelbetriebe.

Massive Zuwanderung aus dem Ausland gefordert

Lars Schwarz, Dehoga-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, sieht die Branche ebenfalls vor existenziellen Bedrohungen. Es fehle an Personal. Schwarz fordert, das Problem durch massive Zuwanderung zu lösen. Die Prognose der Agentur für Arbeit, man benötige 400.000 Fachkräfte aus dem Ausland pro Jahr, hält Schwarz eher noch für zu niedrig. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Verlierer der Corona-Pandemie war laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft eindeutig das Gastgewerbe: Hotels und Gaststätten verloren allein im Jahr 2020 rund 216.000 Beschäftigte. Mitarbeiter sind in andere Branchen abgewandert, unter anderem in den Handel.

 

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