CORONA-KRISE

Wie geht es mit den Schulen in MV und Brandenburg weiter?

Erst wochenlang gar keine Schule, jetzt wenige Stunden an wenigen Tagen – wie soll es in den Sommerferien und im neuen Schuljahr weitergehen? Stimmen und Stimmungen aus Berlin, MV und Brandenburg.
In Baden-Württemberg wurden aufgrund des Abstandsgebots in diesem Jahr Abi-Prüfungen schon in Sporthallen geschriebe
In Baden-Württemberg wurden aufgrund des Abstandsgebots in diesem Jahr Abi-Prüfungen schon in Sporthallen geschrieben. Das ist demnächst auch in Berlin, Brandenburg und MV denkbar. Felix Kästle
Schwerin.

Auch wenn noch kein Lehrer und kein Schüler genau weiß, wie der Sommer und der Herbst in der Schule verläuft, ist eines gewiss: Im Vergleich zum Jahr 2019 wird alles anders sein. Die Corona-Krise nahm und wird auch weiter extremen Einfluss auf das Schulgeschehen ausüben.

Das geht schon in den Sommerferien los – dieses Jahr heißt es nicht sechs Wochen frei machen unter Mallorcas Sonne. Dieses Jahr heißt beispielsweise in Berlin das Zauberwort Sommerschule. Schüler mit Lernrückständen oder einfach ambitionierte Jungen und Mädchen können sich in den Ferien an den Schulen der Hauptstadt fortbilden. Unterrichtet werden sie laut Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) von pensionierten Lehrkräften und pädagogischen Honorarkräften – das eigentliche Lehrerkollegium darf selbstverständlich frei machen. Lediglich das Schreiben von Förderplänen steht auf dem Stundenplan der Pauker.

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Unterrichtsausfälle in den Ferien kompensieren

Da fordert das Brandenburger Bildungsministerium in Potsdam schon wesentlich mehr Einsatz von seinen Lehrkräften. „Nach den geltenden Rechtsvorschriften zur Arbeitszeit der Lehrkräfte können Lehrkräfte auch während der Schulferien zur Erfüllung dienstlicher Aufgaben einmal bis zu einer Woche herangezogen werden – insbesondere zur Fort- und Weiterbildung, in begründeten Fällen kann der vorgesehene Umfang in den Schulferien überschritten werden. Dementsprechend können die Lehrkräfte verpflichtet werden, für eine bestimmte Zeit auch in den Schulferien Dienst zu tun“, heißt es streng aus dem Haus von Ministerin Britta Ernst (SPD). Auch in Brandenburg wolle man die Ferien nutzen, um Unterrichtsausfälle zu kompensieren. Wie das aber detailliert aussehen soll, steht derzeit noch nicht fest.

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In Mecklenburg-Vorpommern sollen sich Schüler und Lehrer ihre Erholungspause in den Sommerferien gönnen. Das Bildungsministerium unter Führung von Bettina Martin (SPD) prüft derzeit zwar einzelne Förderangebote in den sechswöchigen Ferien, konkrete Pläne gibt es aber aktuell nicht.

Digitales Lernen soll verstärkt werden

Gemeinsam ist Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, dass das digitale Lernen verstärkt werden soll. Lediglich eine Absichtserklärung – wie in den vergangenen Jahren? Oder eine ernst zunehmende Strategie? Fakt ist zumindest, dass sich die drei Bundesländer im Nordosten – bedingt durch die Corona-Krise – zwangsweise mit Online-Plattformen zum Lernen auseinander setzen mussten. „Wir haben die digitale Infrastruktur an unseren Schulen bereits aufgerüstet und ihnen das Lernmanagementsystem ,itslearning‘ zur Verfügung gestellt“, betont MV-Bildungsministerin Bettina Martin.

Doch wie geht es nach den Sommerferien weiter? Wenige Schulstunden an wenigen Tagen? Präsenzunterricht oder verstärktes digitales Lernen? Ziel der drei Bundesländer ist es, möglichst jeden Tag Präsenzunterricht anzubieten – das heißt aber nicht, dass wieder der bis zum März diesen Jahres gültige volle Stundenplan absolviert werden kann. Wie intensiv gelernt wird, hängt nach Auskunft der Bildungsministerien vor allem vom Infektionsgeschehen ab.

Was die im Hinblick auf Abstandsgebote entscheidende Frage nach den Räumlichkeiten angeht, zeigen sich Berlin und Brandenburg offen für kreative Lösungen. Ob Sporthallen oder Container – man sei flexibel und vieles denkbar, so der Tenor. Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich zurückhaltender, das Bildungsministerium in Schwerin verwies in dem Zusammenhang auf die Schulträger vor Ort.

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