4000 KILOMETER

Dieses Balkan-Abenteuer soll die Weltmeere retten helfen

Drei Ingenieure aus Vorpommern stürzen sich in ein ganz außergewöhnliches Abenteuer: In einem alten Opel Omega begeben sich die jungen Männer auf einen Road-Trip über den Balkan. Dabei geht es nicht nur um Spaß.
Katja Richter Katja Richter
Die drei Vorpommern sind startklar. Auf ihrem Opel wäre noch Platz für Werbung, die quer durch den Balkan gefahren w
Die drei Vorpommern sind startklar. Auf ihrem Opel wäre noch Platz für Werbung, die quer durch den Balkan gefahren wird. Privat
„Trash-Pandas“ ist die scherzhafte englische Bezeichnung für Waschbären. Sie sehen aus, wie kleine Panda
„Trash-Pandas“ ist die scherzhafte englische Bezeichnung für Waschbären. Sie sehen aus, wie kleine Pandas und wühlen bekanntlich immer im Müll. Die Jungs haben sogar ihr eigenes Logo. privat
So sah der 96iger Opel Omega vor dem Basteln aus.
So sah der 96iger Opel Omega vor dem Basteln aus. privat
4000 Kilometer, 14 Länder und 13 Tage. Das ist die Rallye.
4000 Kilometer, 14 Länder und 13 Tage. Das ist die Rallye.
Vorpommern.

„Wir sind fast startklar“, sagen Toni Hirsch, Florian Keller und Alexander Hoffmann, während sie auf ihren aufgemotzten Opel Omega aus dem Jahre 1996 zeigen. „Nur der Einkauf steht noch an“, fügen sie schmunzelnd hinzu. Den wollen die drei jungen Männer jedoch erst einen Tag vor dem Start erledigen. Eine Einkaufsliste wird es allerdings nicht geben. Gekauft wird dann alles, was satt macht, haltbar ist und noch ins Auto passt. Vorpommern.

Beruflich hat es die drei Vorpommern bereits vor einigen Jahren in die Hauptstadt getrieben, jedoch verbringen sie so viel Zeit wie möglich in ihrer Heimat am Haff. Hier entstand im vergangenen Herbst auch die Idee zu ihrem Sommerabenteuer, auf das sich die Eggesiner und Torgelower seit Anfang des Jahres vorbereiten.

„Wir gehen am 22. August an den Start der ‚Balkan Express Rallye‘, die uns in 13 Tagen durch 14 Länder des Balkans schickt. Der Veranstalter fordert dabei, dass Autobahnen und GPS vermieden werden und dass das Fahrzeug mindestens 20 Jahre alt ist“, erzählt Toni Hirsch.

Der alte Opel hat 550 Euro gekostet

Ihr Schätzchen, was sie hoffentlich heil wieder nach Hause bringen wird, haben die Drei bereits im Februar in Berlin gefunden. Ein Opel Omega, Baujahr 1996, schien für ihr Vorhaben alle Anforderung zu erfüllen. Alt genug, groß genug und relativ robust. „Hier kann noch vieles selbst repariert und geschraubt werden“, sagt Maschinenbauingenieur Florian Keller. 550 Euro haben sie für den Caravan hingeblättert und dann noch einmal 800 Euro in die Erneuerung der hinteren Bremsanlage gesteckt. Insgesamt drei volle Arbeitstage schraubten die jungen Männer an ihrem fahrbaren Untersatz.

„Der Balkan Express ist ein Abenteuer-Roadtrip, bei dem Spaß und vor allem der gute Zweck im Vordergrund stehen“, sagt Toni Hirsch. Er erklärt weiter, dass während der Rallye von den Teilnehmern Spenden für persönlich ausgewählte, gemeinnützige Projekte gesammelt werden. Eine weitere Voraussetzung zur Teilnahme neben den recht hohen Startgebühren war eine Spende pro Team an eine gemeinnützige Organisation. „Wir nennen uns ‚Trash Pandas‘ und unterstützen die Umweltorganisation One Earth – One Ocean“, erzählt Toni Hirsch. One Earth – One Ocean e.V. verfolgt mit dem eigenen Konzept der “Maritimen Müllabfuhr” das Ziel, Gewässer weltweit von Plastikmüll, Öl und Chemikalien zu befreien.

„Die Spenden an One Earth, One Ocean sammeln wir über eine neutrale Spendenseite, die volle Transparenz bietet und sicher ist. Jede Spende – egal ob zehn Cent oder hunderte Euro, geht zu 100 Prozent an den Verein. Auf www.tonihirsch.de findet man Links zu unserer offiziellen Teamseite, zur Spendenseite und Links zu unseren Sponsoren und all jenen, die gespendet haben“, erklärt der Ingenieur für Medizintechnik weiter.

Das ist jedoch nicht alles, was die drei Vorpommern für den Umweltschutz tun wollen. „Wir haben nämlich noch eine zusätzliche Schnapsidee entwickelt: In den vergangenen Monaten war die Trashtag-Challenge ziemlich beliebt. In den sozialen Medien teilten Nutzer ihre Müllsammelaktionen in der Natur oder in der Stadt. Persönlich macht mich nichts wütender als idiotische Autofahrer, die beispielsweise auf der Landstraße nach Ahlbeck ihre McDonalds-Tüten aus dem Fenster werfen. Wir werden also unsere eigene Trashtag-Challenge machen: Auf unserem Weg, der gut 4000 Kilometer lang sein wird, werden wir unterwegs Müll in der Natur sammeln und fachgerecht entsorgen. Wie viel, das wissen wir nicht – nur, dass es sehr viel werden wird. Aus diesem Plan wuchs auch unser Team Name: ‚Trash Pandas‘. Das ist die scherzhafte englische Bezeichnung für Waschbären. Sie sehen aus, wie kleine Pandas und wühlen bekanntlich immer im Müll.

Keiner kennt die genaue Route

Die Abenteurer haben sich mittlerweile Müll-Greifer besorgt, brauchen jedoch noch zahlreiche Müllsäcke, Handschuhe und Eimer. Sie sind glücklich, über die bisherige Unterstützung von Spendern und hoffen auf weitere Hilfe. „Wir freuen uns über jegliche Unterstützung bei unserem Vorhaben! Jeder Cent zählt und geht direkt an One Earth – One Ocean. Besucht dafür unsere Spendenseite! Als Dankeschön platzieren wir gerne Werbung für jeden Unterstützer auf unserem Fahrzeug und tragen sie über den gesamten Balkan“,versprechen die Trash Pandas.

Los geht‘s am 22. August in Dresden. Die Aufregung und Abenteuerlust ist den Jungs bereits anzusehen. „Es wird bestimmt etwas passieren“, befürchtet Florian Keller. „Unser grauer Panda ist zwar technisch soweit in Ordnung, aber man weiß ja nie“, sagt er und schmunzelt. Werkzeug haben sie auf jeden Fall dabei. „Wir freuen uns auf die Länder und die Leute“, erzählen die drei Männer. Wo sie jeden Abend ihre Zelte aufschlagen oder in welcher Herberge sie übernachten werden, wissen die Ingenieure noch nicht. „Den genauen Routenplan mit den einzelnen Tagesetappen bekommen wir erst am Starttag“, sagt Alexander Hoffmann und verspricht, den Nordkurier auf dem Laufenden zu halten und nach der Rallye ausführlich zu berichten.

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Kommentare (1)

...beim Müllsammeln auf dem Balkan.
Zum Glück werden in Ländern wie Albanien jede Nacht die Müllberge des Tages in offenen Feuern verbrannt so daß ihr an nicht völlig verzweifeln müßt an eurer "challenge"...