Vor einem Club in Greifswald sollen vor zwei Wochen auch die Fäuste geflogen worden sein. Bei den Auseinandersetzungen wa
Vor einem Club in Greifswald sollen vor zwei Wochen auch die Fäuste geflogen worden sein. Bei den Auseinandersetzungen war ein Polizist schwer verletzt worden. NK
Gewalt gegen Polizei

Verdächtiger von Greifswald frei – Polizist auf Intensivstation

Das gesundheitliche Schicksal des überfallenen Polizisten in Greifswald ist weiter ungewiss. Warum der Verdächtige aber weiter frei herumläuft, erklärte jetzt die Staatsanwaltschaft.
Greifswald

Es war laut Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg eine „feindselige Stimmung”, als sich in der Nacht vom 10. auf den 11. September mehrere Personengruppen vor einem Club in Greifswald gewaltbereit gegenüber gestanden hätten. Bevor die alarmierte Polizei eintraf, soll es sogar zu einer Schlägerei mit rund zehn Personen gekommen sei, berichteten Zeugen dem Nordkurier.

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Mittendrin in dieser Menschenmenge befand sich auch ein 24-jähriger Asylbewerber aus Syrien. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll er einem 60-jährigen Polizisten während der Auseinandersetzung die Beine weggezogen haben – anschließend sei der Polizist laut Staatsanwaltschaft mit dem Hinterkopf auf einen Bordstein geknallt. Kurzzeitig habe der Polizist das Bewusstsein verloren, der Mann wurde per Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert. Dort sei er erst versorgt worden und anschließend zunächst nach Hause gegangen.

Keine vorläufige Festnahme

Währenddessen seien die Personalien des Syrers auf der Polizeidienststelle aufgenommen worden – Identität und Wohnort des Syrers seien bekannt, sagte Cloppenburg am Donnerstag dem Nordkurier. Es habe entgegen anderslautenden Medienberichten keine vorläufige Festnahme mit anschließender Freilassung gegeben, so der Oberstaatsanwalt. „Aufgrund des Deliktes und der Tatsache, dass der Mann eine ganz normale Wohnung hat – also nicht in einem Asylbewerberheim lebt –, wir seinen Namen und seine Adresse kennen, ist er seit Aufnahme der Personalien auf freiem Fuß”.

Nach Informationen des Nordkurier soll der Syrer allerdings bereits am Tag vor Tat „Stress im Club” gehabt haben. Nun wird gegen ihn wegen Widerstand gegen die Polizei und Körperverletzung ermittelt. Wobei nicht auszuschließen sei, dass es auch gefährliche Körperverletzung sein könnte. Letzteres hängt auch vom Gesundheitszustand und Heilungsverlauf beim überfallenen Polizisten ab.

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Am Tag nach der Tat hatte sich der Zustand des 60-Jährigen dramatisch verschlechtert – nach der Einlieferung ins Krankenhaus musste der Polizist aufgrund einer Hirnblutung notoperiert werden. Er liegt immer noch auf der Intensivstation und ist auch knapp zwei Wochen nach der Tat noch nicht vernehmigungsfähig. Aus Polizeikreisen war zu hören, dass derzeit nicht klar sei, ob er eventuell bleibende Schäden erlitten haben könnte.

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