Auch immer mehr junge Leute begeistern sich für das Niederdeutsche und nahmen an dem MV-Wettbewerb teil.
Auch immer mehr junge Leute begeistern sich für das Niederdeutsche und nahmen an dem MV-Wettbewerb teil. Hauke-Christian Dittrich
Sieger gekürt

Das ist das plattdeutsche Wort des Jahres

Ein Ausruf des Erstaunens wurde in Stavenhagen zum besten plattdeutschen Wort des Jahres gekürt. Und es gab eine Überraschung, was die Einsendungen der Lieblingswörter betrifft.
Stavenhagen

Das schönste plattdütsche Wort heißt in diesem Jahr: „Dunnerlüchting”. Es ist ein Ausdruck des Erstaunens, eine Zusammensetzung aus Donner und Blitz, in der Bedeutung von Verwunderung und Freude, alle Wetter. Einige kennen sicher auch den erstaunten Ausdruck „Donnerlittchen”.

Die Jury, die aus Vertretern des Landesheimatverbandes und des Fritz-Reuter-Literaturmuseum besteht, hat sich am Sonntag zum Ausklang der Plattdeutschen Wochen bei Reuters „Sonntagsspaziergang“ in Stavenhagen für dieses Wort entschieden.

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Die Einsendungen seien aus dem halben Bundesgebiet gekommen. Zudem seien es immer mehr junge Leute, die bei der Aktion mitmachten. Ganze Schulklassen als auch Plattdeutsch-Kurse haben Vorschläge zum „Plattdeutschen Wort des Jahres” eingereicht. In einer gesonderten Auslosung werden durch den Heimatverband Tragetaschen mit dem plattdeutschen Sieger-Wort an diese verlost.

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„In diesem Jahr haben sich noch mehr Menschen als je zuvor beteiligt. Uns haben Einsendungen aus allen Bundesländern erreicht, in denen Plattdeutsch gesprochen wird, aber auch aus Berlin und sogar aus Thüringen”, sagt Karola Stark, Leiterin der Geschäftsstelle des Heimatverbandes in Vorpommern. „Einige haben nur ein Wort geschickt, andere dazu auch noch eine Erklärung und manchmal kamen ganze Briefe mit interessanten Lebensgeschichten bei uns an, die belegen, warum dieses Wort oder jene Redewendung für die Verfasser von so großer persönlicher Bedeutung sind.”

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Den Wettbewerb um das schönste plattdeutsche Wort gibt es seit 1995, initiiert vom Fritz-Reuter-Literaturmuseum. Inzwischen verbergen sich dahinter drei Kategorien und der Wettbewerb wird gemeinsam mit dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Zu den drei Kategorien gehören: das schönste plattdeutsche Wort, der beste aktuelle plattdeutsche Ausdruck und die liebste Redensart oder das liebste Sprichwort.

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In der Kategorie aktueller Ausdruck gewann das Wort: „Tippschnack“ für chatten. Die Einsender der ersten beiden Kategorien kommen laut Karola Stark aus Neubrandenburg. In der Kategorie Redensart lag mit großem Abstand: „Een vergnöögt Hart is better as`n Büdel vull Geld.“ vorn, eingereicht von einer 14-jährigen Schülerin aus Demmin. Die erfolgreichen Einsendungen werden mit einem kleinen Überraschungspaket aus dem Fritz-Reuter Literaturmuseum belohnt.

Im vergangenen Jahr wurde „Butschern“ (rausgehen, etwas unternehmen) zum Siegerwort gekürt, ein Jahr davor war es „Ballerdutje“, das für einen schmatzenden Kuss steht.

In diesen Kategorien wurden Sieger gekürt

  • Das schönste plattdeutsche Wort: Dunnerlüchting (Ausdruck des Erstaunens)
  • Der beste aktuelle plattdeutsche Ausdruck: Tippschnack (für chatten)
  • Die liebste Redensart oder das liebste Sprichwort: „Een vergnöögt Hart is better as`n Büdel vull Geld.“ (Ein vergnügtes Herz ist besser als ein Sack voller Geld)
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