Der Neubrandenburger  Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch vor den Plakaten der neuen Kampagne.
Der Neubrandenburger Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch vor den Plakaten der neuen Kampagne. Thomas Beigang
Warnungen

Polizei rüstet auf im Kampf gegen Enkeltrick-Betrüger

Im vergangenen Jahr stieg der Gewinn aus den geglückten Trickstraftaten um das Doppelte an. Das will die Polizei nicht hinnehmen und warnt deshalb die Senioren: Ein Anruf reicht!
Neubrandenburg

Im vergangenen Jahr ist in Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der Trickstraftaten zum Nachteil älterer Menschen, sogenannte Enkeltrick-Betrügereien, erneut angestiegen. Nach einer vorläufigen statistischen Auswertung des Landeskriminalamtes wurden im Jahr 2021 knapp 2800 Anzeigen von Betroffenen erstattet. Dabei erlangten die Täter in mehr als 280 vollendeten Fällen Geld in einer Höhe von fast drei Millionen Euro – fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Zusätzlich sei von einer sehr großen Dunkelziffer auszugehen, heißt es von der Polizei.

Fördermittel für Aufklärungskampagne

Mit einer breit angelegten Kampagne will die Neubrandenburger Polizei jetzt noch mehr Aufklärung anbieten. Gemeinsam mit der Polizei im polnischen Stettin hat das Polizeipräsidium Neubrandenburg über Interreg dafür Fördermittel beantragt und mit den bewilligten Mitteln in Höhe von 50 000 EUR eine Kampagne gegen den Enkeltrick entwickelt. Mit Radiospots, Anzeigen in der Zeitung und vielen Plakaten sollen potentielle Betrugsopfer gewarnt und sensibilisiert werden.

Lesen Sie auch: Enkeltrick-Betrüger zahlt 65.000 Euro an Seniorin zurück

Ein zentrales Element der Kampagne ist der Slogan „Ein Anruf reicht”. Denn den Betrügern reicht oft ein einziger Anruf, um an das gesamte Geld der Geschädigten zu gelangen, wie der Neubrandenburgver Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbisch erläuterte. Aber andersherum würde auch ein Anruf der Senioren genügen, um den Betrug auffliegen zu lassen. Ein Anruf bei den echten Verwandten oder der Polizei könnte sie vor der erfolgreichen Straftat bewahren.

Drei beliebte Maschen im Mittelpunkt

Im Fokus der Kampagne stehen der klassische Enkeltrick, der Gewinnspielbetrug und der falsche Polizist – und der sogenannten Schockanruf, der im vergangenen Jahr sehr häufig auftrat. Den Angerufenen wird am Telefon von einem Polizisten oder Staatsanwalt gesagt, dass der Sohn/ die Tochter einen tödlichen Unfall verursacht habe, bei dem ein kleines Mädchen gestorben sei. Nun müsse der Angehörige ins Gefängnis.

Außerdem interessant: Eine Psychologin erklärt, warum der Enkeltrick funktioniert

Oft reicht der falsche Polizist das Telefon an die angeblich verzweifelt weinende Tochter weiter. Gegen die Zahlung einer Kaution könne der Angehörige freigelassen werden. „Wir hoffen, mit dieser Kampagne wenigstens ein paar ältere Menschen davor zu bewahren, Opfer eines Trickbetruges zu werden”, sagte Polizeipräsident Hoffmann-Ritterbusch.

zur Homepage