In Corona-Zeiten hätten sich viele Leute ein Wohnmobil gekauft, ohne über sichere Unterstellmöglichkeiten wie G
In Corona-Zeiten hätten sich viele Leute ein Wohnmobil gekauft, ohne über sichere Unterstellmöglichkeiten wie Garage oder Carport dicht am Haus zu verfügen, heißt es von der Polizei. Stefan Sauer
Diebstahlserie

Wohnmobildiebstahl – Händler hat simplen Sicherheitstipp

Caravan und Co. leben in touristischen Zentren an der Ostseeküste am gefährlichsten. Vielen Besitzern der teuren Fahrzeuge fehlt es oft an sicheren Unterstellmöglichkeiten.
Neubrandenburg

Bodo Erdmann, der Chef eines traditionsreichen Neubrandenburger Unternehmens, der seine Brötchen mit dem Verkauf und der Vermietung von Wohnmobilen verdient, zeigt sich erleichtert. Noch nie, sagt der Fachmann für Urlaub und Freizeit, habe einer seiner Kunden vor ihm gesessen, dem gerade der „Camper” gestohlen wurde. „Toi, toi, toi”, sagt Erdmann.

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Denn noch liegen die Zentren des Wohnmobil-Diebstahls in Mecklenburg-Vorpommern woanders, bestätigt eine Sprecherin des Neubrandenburger Polizeipräsidiums, zuständig für die Osthälfte des Landes. In den Regionen Stralsund, Greifswald und Rügen würden Besitzer von Wohnmobilen besonders gefährlich leben, heißt es. Gerade musste die Polizei den jüngsten Diebstahl eines solchen hochwertigen Freizeit-Fahrzeugs in der Hansestadt Greifswald registrieren: Am frühen Donnerstagmorgen verschwand in Neuenkirchen bei Greifswald ein weißes Campingfahrzeug im Wert von 44.000 Euro. Nach Angaben des Besitzers habe das um Mitternacht noch auf der Straße an seinem Haus gestanden.

Für die Polizei geradezu ein typisches Beispiel. In Corona-Zeiten, erklärt die Sprecherin des Präsidiums in der Vier-Tore-Stadt, hätten sich viele Leute ein Wohnmobil gekauft, um unabhängiger Urlaub machen zu können – ohne über sichere Unterstellmöglichkeiten wie Garage oder Carport dicht am Haus zu verfügen. „Die stehen dann eben meist am Straßenrand, wo Diebe leichteres Spiel haben”.

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Seit 2021 sind in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 20 solcher Fahrzeuge im Gesamtwert von rund einer Million Euro gestohlen worden. Die Erfahrungen deuteten auf grenzüberschreitende Kriminalität Richtung Osteuropa hin, hieß es vom Landeskriminalamt. Erfolge bei der Fahndung nach gestohlenen Fahrzeugen und verdächtigen Tätern sind rar. Aber im Zusammenhang mit einer Diebstahlserie von Wohnmobilen und Transportern hat die Staatsanwaltschaft Stralsund schon Anklage gegen zwei Tatverdächtige erhoben.

Den Männern wird 20-facher Diebstahl vorgeworfen, sie sollen mit Komplizen im Jahr 2021 Fahrzeuge im Wert von rund 800.000 Euro gestohlen und nach Osteuropa gebracht haben. Die meisten Tatorte befanden sich in den Regionen Stralsund und Greifswald in Vorpommern, es gab aber auch mehrere Fälle in der Region Rostock.

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Wohnmobil-Verkäufer Bodo Erdmann rät seinen Kunden trotz bislang ausbleibender Diebstahlsmeldungen zu höchstmöglicher Vorsicht und Prävention. „Unbedingt eine Alarmanlage mit Ortungssender einbauen lassen. Dann weiß man im Fall der Fälle, wo sich das verschwundene Fahrzeug befindet.” Der Fachmann hat aber auch einen ganz simplen Trick parat: „Batterie abklemmen”. Ein Fahrzeug, das Diebe nicht schnell in Gang bringen, berge viel zu viel Risiko.

 

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