An der Gasanlandestation in Lubmin kommt seit Wochen weniger Energie aus Russland durch die Pipeline Nord Stream 1 an. Sind es
An der Gasanlandestation in Lubmin kommt seit Wochen weniger Energie aus Russland durch die Pipeline Nord Stream 1 an. Sind es technische Gründe oder politische Entscheidungen, die den Gasfluss von Ost nach West einschränken? Stefan Sauer
Krieg in der Ukraine

Habeck-Ministerium verweigert Auskünfte zur Gasturbine

Wo ist die Gasturbine, die vermeintlich die Energielieferung von Russland nach Deutschland gewährleisten soll? Die Bundesregierung hält sich bedeckt und liefert dafür eine Begründung.
Berlin

Der Aufenthaltsort der in Kanada reparierten Gasturbine ist weiterhin unbekannt. Auf eine entsprechende Anfrage des Nordkurier antwortete das von Robert Habeck geführte grüne Wirtschaftsministerium in Berlin am Montag mit der Bitte „um Verständnis dafür, dass Sicherheitsfragen berührt sind und wir daher keine Auskunft geben können, wo sich die Turbine wann befindet”. Damit wird das Rätsel und die Geheimniskrämerei um die Gasturbine fortgesetzt – das technische Gerät entwickelt sich weiter zum Politikum.

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Vor diesem Hintergrund spricht der AfD-Landtagsabgeordnete Horst Förster aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern von einem „Debakel”. Der Streit zwischen Habeck und der russischen Führung mit Staatspräsident Wladimir Putin wie es um die Verlässlichkeit von entsprechenden Gaslieferungen stehe und welche Bedeutung der von Kanada lange zurückgehaltenen Gasturbine zukomme, sollte sich doch eigentlich mit einer Rückgabe der Turbine und deren längst ausstehendem Einbau in die Kompressorstation klären lassen, so Förster.

„Da die Gasturbine seit längerer Zeit wieder in Deutschland sein soll, aber offenbar keiner so genau weiß wo, drängt sich doch die Vermutung auf, dass der notwendige Weitertransport der Turbine aufgrund von Sanktionen oder fehlender Mitwirkung anderer EU-Staaten behindert wird”, betonte der AfD-Politiker.

Habeck habe dieses mysteriöse Rätsel schnellstens zu lösen und der Bevölkerung Klarheit zu verschaffen. „Nur so kommen wir der Wahrheit ein Stück näher”, meinte Förster.

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Zur Erinnerung: Im Juni hatte der russische Energiekonzern Gazprom die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 deutlich reduziert und das mit einer fehlenden Turbine von Siemens Energy begründet, die in Kanada gewartet worden war. Die kanadische Regierung hatte die Lieferung der Turbine nach Russland verboten, da dieser Schritt gegen von Kanada verhängte Russland-Sanktionen verstoßen hätte. Auf Druck der Bundesregierung erlaubte die kanadische Regierung dann aber doch den Transport nach Deutschland.

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