POLIZEI, JUGENDAMT, KINDERSCHUTZHOTLINE

Was tun bei Verdacht auf Kindesmisshandlung?

Der Fall Leonie, deren Stiefvater sie tödlich misshandelt haben soll, bewegt eine ganze Region. Hätte ein Telefonat den Tod des Mädchens verhindern können?
Marlis Tautz Marlis Tautz
Eine Hotline kann helfen, Kinder zu schützen.
Eine Hotline kann helfen, Kinder zu schützen. Patrick Pleul
Rostock.

Der gewaltsame Tod der sechsjährigen Leonie in Torgelow lässt niemanden kalt. Viele Menschen fragen sich angesichts einer solchen Tragödie, was sie tun können, wenn der Verdacht besteht, dass Kindern Leid geschieht. Klare Antwort: Besser einmal zu viel einen Verdacht äußern, als einmal zu wenig. Als Ansprechpartner kommen dabei zum einen Polizei und Jugendämter in Betracht. Zum anderen gibt es in MV die Kinderschutzhotline (0800 1414007). Dort können jederzeit Verdachtsfälle angesprochen werden – kostenlos und anonym.

Nach Auskunft des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock nutzt gut die Hälfte der Anrufer die Möglichkeit, unerkannt zu bleiben. Davon unabhängig werden alle Hinweise gleichberechtigt an die Jugendämter weitergeleitet und dort geprüft, wie eine Behördensprecherin erklärte.

Hotline wird fast täglich genutzt

„2018 gingen 290 Meldungen ein, die 442 Kinder und Jugendliche betrafen“, hieß es. 2017 waren es 255 Meldungen und 405 Betroffene. Die Hotline war Anfang 2008 eingerichtet worden im Ergebnis eines Kindstodes in Schwerin. Die damals noch unbekannte SPD-Stadtvertreterin Manuela Schwesig machte sich als Aufklärerin einen Namen.

In den ersten zehn Jahren der Hotline kamen der Behörde zufolge 3330 Hinweise zugunsten von 5624 Kindern und Jugendlichen zusammen. Sie wird fast täglich genutzt und ist jederzeit unter der kostenfreien Rufnummer 0800 1414007 zu erreichen.

Hier gibt es eine Übersicht mit allen bisher veröffentlichten Artikel zum Todesfall Leonie.

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