Ab dem 1. Mai müssen Autofahrer auf der B96 auf der Insel Rügen abends und nachts mehr Zeit einplanen.
Ab dem 1. Mai müssen Autofahrer auf der B96 auf der Insel Rügen abends und nachts mehr Zeit einplanen.
Artenschutz

Fledermäuse sorgen für Tempolimit auf der B96

50 statt 100 km/h: Ab dem 1. Mai müssen Autofahrer auf der Insel Rügen abends und nachts mehr Zeit einplanen, denn ein Abschnitt der B96 wird zur Schutzzone für Fledermäuse.
Bergen

Fuß vom Gas heißt es für alle Verkehrsteilnehmer, die ab Sonntag abends oder nachts auf der B96 auf der Insel Rügen unterwegs sind. Denn ab dem 1. Mai gilt für einen Straßenabschnitt im Kubbelkower Wald bei Teschenhagen, zwischen Samtens und Bergen, ein Tempolimit von lediglich 50 Stundenkilometern. Grund dafür sind die unter Naturschutz stehenden Fledermäuse.

Mehr lesen: Artenschutz – Was Hasen wirklich brauchen

„In den Abend- und Nachtstunden queren die Fledermäuse regelmäßig die Fahrbahn. Dabei kann es zu Kollisionen mit schnellfahrenden Kraftfahrzeugen kommen, die für die Säugetiere tödlich enden können. Aus Gründen des Artenschutzes müssen solche Situation unterbunden werden”, heißt es dazu vom Straßenbauamt Stralsund.

Aus diesem Grund wird, zeitlich begrenzt, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit reduziert. Das gilt auch für die parallel zur Bundesstraße verlaufende L296. „Statt der aktuellen 100 km/h sind dann vom 1. Mai bis zum 31. August in der Zeit von 20 bis 6 Uhr nur noch 50 km/h erlaubt”, informiert das Straßenbauamt weiter. „Dadurch sind die Tiere in der Lage dem Fahrzeugverkehr auszuweichen.”

Mehr lesen: Europas größte Fledermaus-Art auf Rügen nachgewiesen

Laut Amt ist das für den Artenschutz relevante Gebiet knapp 1,6 Kilometer lang. Damit der Verkehr jedoch nicht schlagartig abgebremst wird, soll die Geschwindigkeit langsam herunterreduziert werden. Dadurch betrifft die Geschwindigkeitsreduzierung einen Straßenabschnitt von insgesamt rund 2,2 Kilometer. Sehr viel länger sind Autofahrer deshalb aber nicht unterwegs, denn die Berechnungen der Straßenbau- und Verkehrsverwaltung hätten ergeben, dass sich die Fahrtzeit zu Gunsten des Artschutzes nur um durchschnittlich 80 Sekunden verlängert.

zur Homepage