An der Ostsee

Mit Plastikbecher gegen den Plastikmüll im Meer

Den Coffee-to-go-Pfandbecher gibt es nun auch auf Rügen und in Stralsund. Insgesamt 33 Bäckereien, Kantinen und Cafés beteiligen sich an der Aktion „Weniger fürs Meer“.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Zum Weltumwelttag präsentierten der der Chef des Tourismusverbandes Rügen, Knut Schäfer, der Geschäftsführer der Firma RECUP, Florian Pachaly, der Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow und die Geschäftsführerin der Tourismuszentrale, Mana Peter (v.l.n.r.) die wiederverwendbaren Coffee-to-go-Becher.
Zum Weltumwelttag präsentierten der der Chef des Tourismusverbandes Rügen, Knut Schäfer, der Geschäftsführer der Firma RECUP, Florian Pachaly, der Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow und die Geschäftsführerin der Tourismuszentrale, Mana Peter (v.l.n.r.) die wiederverwendbaren Coffee-to-go-Becher.
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Stralsund.

Wer sich auf Rügen oder in Stralsund einen Becher Kaffee zum Mitnehmen kauft, der wird ihn von jetzt an nicht mehr im Wegwerf-Plastikbecher bekommen, sondern in einem wiederverwendbaren Trinkgefäß aus thermoplastischem Kunststoff. Das Mehrpfandsystem ersetzt in mittlerweile insgesamt 33 Bäckereien, Kantinen und Cafés der Inselregion die üblichen Coffee-to-go-Becher, die bislang nach einmaligem Gebrauch weggeworfen wurden und das Problem des meist im Meer landenden Plastikmülls noch verstärkten.

Das vom Tourismusverband Rügen und dem Biosphärenreservat Südost-Rügen initiierte und rund 95.000 Euro kostende Umweltprojekt unter dem Motto „Weniger fürs Meer“ sei im Rahmen des Modellprojekts „Landaufschwung“ des Landkreises Vorpommern-Rügen zu 60 Prozent vom Bund gefördert worden, sagt Verbandssprecherin Stefanie Lemcke. Dafür sei eine spezielle Becher-Edition mit Motiven der Insel Rügen und der Hansestadt entwickelt worden.

Weitere Ideen auf Rügen

Auch in Greifswald, in Rostock, auf der Insel Usedom und in Wolgast gibt es inzwischen die wiederverwendbaren Pfandbecher, die in mehr als 20 Annahme- und Ausgabestellen angeboten werden. Auf die Idee, den Pfandgedanken auf das Becher-Trinken zu übertragen, war vor zwei Jahren der Münchener Student Florian Pachaly gekommen. Der damals 21-Jährige hatte sich mit der Firma RECUP selbstständig gemacht und bundesweit Partner geworben.

„Dass daraus so eine Riesenwelle wird, hatte ich nie im Leben erwartet“, sagt Geschäftsführer Pachaly. Denn mittlerweile beteiligten sich in Deutschland rund 2.700 Ausgabestellen an der Aktion. Ganze Regionen seien mit typischen Bechereditionen vertreten, die von der Kundschaft allmählich in alle Winkel der Republik getragen würden. Becher mit eigenen Motiven seien zum Beispiel auch in München, Rostock, Köln, auf Usedom oder am Bodensee im Umlauf.

Auf Rügen wollen Kurverwaltungen, Touristinformationen und Hotels die Einheimischen und Urlauber künftig noch mehr für ein umweltfreundliches Verhalten sensibilisieren. Neben dem RECUP-Becher wird zum Beispiel jetzt auch der „Kippenkiller“ verteilt, in dem Zigarettenkippen gesammelt statt am Strand zurückgelassen werden. Zum Kauf wird auch ein „Buddelbuddy“ angeboten, eine Mehrwegflasche für unterwegs. Und der am Strand anfallende Müll soll künftig im sogenannten „Dreck-Bag“ gesammelt und nach Hause gebracht werden. Die Biokunststofftüte aus Maisstärke ist biologisch abbaubar und kompostierbar.