VON RÜGEN BIS ZUR MÜRITZ

MV wird mit großem Aufwand neu vermessen

86.400 Datensätze werden pro Messpunkt aufgenommen, um die Erdoberfläche von Mecklenburg-Vorpommern neu zu vermessen. Warum wird da so ein Aufwand betrieben?
Die Experten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie vermessen jeden Winkel der Republik. (Archivbild)
Die Experten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie vermessen jeden Winkel der Republik. (Archivbild) Arne Dedert
Schwerin ·

Mecklenburg-Vorpommerns Erdoberfläche wird seit Montag neu vermessen. Wie das Landesamt für innere Verwaltung am Montag mitteilte, sind jetzt Vermessungstrupps unterwegs, die bis Mitte Juli an 22 Punkten große Mengen Daten aufnehmen.

Diese nicht öffentlich sichtbaren Messpunkte liegen unter anderem am Kap Arkona, bei Schwerin, im Schlosspark Ludwigslust, in Barth (Vorpommern-Rügen), Heringsdorf und Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) und bei Alt Schwerin (Mecklenburgische Seenplatte). Ziel der Vermessung, die alle zwölf Jahre bundesweit laufe, sei die Überprüfung, ob sich die Erdoberfläche gehoben oder gesenkt habe.

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86.400 Datensätze pro Messpunkt

Wie ein Sprecher des Amtes erklärte, hebt sich Skandinavien pro Jahr etwa einen Millimeter. Deshalb könne sich auch der Norden Mecklenburg-Vorpommerns etwas heben, die Veränderungen seien aber geringer als in Bergbauregionen. Fachleute graben die Messpunkte frei und nehmen über eine Apparatur exakt 86.400 Datensätze pro Messpunkt auf. Dies entspreche der Zahl der Sekunden über 24 Stunden.

Die Daten lieferten drei Satellitensysteme: Das amerikanische GPS, das russische Glonass und das europäische Galileo-System. Ergebnisse würden in ein bis zwei Jahren erwartet. Diese seien vor allem für Forscher und Anwender interessant, unter anderem für Hochwasserschutz, autonomes Fahren und die geodynamischen Veränderungen an Küsten.

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Messungen in ganz Deutschland

Die Landesvermessungsämter und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie entsenden Messtrupps in das gesamte Bundesgebiet. Ihr Auftrag: eine vollständige Überprüfung von 250 grundlegenden Vermessungspunkten Deutschlands in Position und Höhe mit dem Ziel, die neuen Koordinaten auf den Millimeter genau zu bestimmen.

Die insgesamt 35 hochmodern ausgerüsteten Vermessungstrupps der Länder und des Bundes führen diese Vermessungen teilweise auch während der Nacht durch.

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Kommentare (1)

Sie vermessen unsere Reichsgrenze...
Das wäre doch Mal ein Artikel...