Anlass des Rechtsstreits ist ein Polizeieinsatz bei dem Spiel SV Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Jahr 2015.
Anlass des Rechtsstreits ist ein Polizeieinsatz bei dem Spiel SV Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Jahr 2015. Jörg Sarbach
Kostenstreit in Bremen

Fußball-Liga muss Polizeieinsatz bezahlen

Deutlicher hätte die Schlappe für die Deutsche Fußball Liga im Streit mit Bremen um Kosten für Polizeieinsätze nicht ausfallen können. Es geht um Millionen.
dpa
Schwerin

Auf den Profifußball in Deutschland kommen möglicherweise Millionenforderungen für polizeiliche Mehrkosten bei Hochrisikospielen der Bundesliga zu. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bremen billigte im Grundsatz entsprechende Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen an die Deutsche Fußball Liga (DFL) und gab dem Stadtstaat am Mittwoch in fast allen Punkten Recht. „Ein guter Tag für den Steuerzahler”, so Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), der auf Nachahmer in den Reihen der Bundesländer hofft.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat zurückhaltend auf das Urteil des Bremer Oberverwaltungsgerichts zur Beteiligung der Deutschen Fußball Liga an Einsatzkosten der Polizei reagiert. Eine solche Beteiligung wirke der Gewalt im Fußball und der damit einhergehenden hohen Belastung der Polizei durch Fußballspiele nicht entgegen, sagte Caffier am Mittwoch in Schwerin.

Sicherheit ist Aufgabe des Staates

„Ich habe immer betont, dass nach dem Gleichheitsgrundsatz eine solche Regelung jeden Verein und jede Sportveranstaltung im Land, ob beim Fußball, Radrennen oder Marathon, treffen würde, bei der die Polizei zum Einsatz kommt”, so Caffier. Das könne nicht das Ergebnis und erst recht nicht Ziel sein. Das Ministerium werde den weiteren Verlauf genau verfolgen. Ziel sollte ein einheitliches Vorgehen aller Länder sein, so Caffier.

DFL kündigt Revision an

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat angekündigt, gegen das Bremer Urteil Revision einzulegen. „Der Fußball ist nicht Verursacher von Gewalt, und eine bloße Umverteilung von Kosten führt nicht zur notwendigen Reduzierung der Polizeieinsätze. Es ist für uns weiterhin nicht nachvollziehbar, dass der Fußball für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, die eine Kernaufgabe des Staates ist und der Allgemeinheit zugutekommt, verantwortlich sein soll“, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball.

Ein Polizeieinsatz im April 2015 bei der Partie SV Werder Bremen gegen Hamburger SV wurde mit einem Gebührenbescheid in Höhe von 425.718 Euro in rechnung gestellt. In einer mündlichen Verhandlung vom 1. Februar 2018 wurde dieser Bescheid auf 415.000 Euro reduziert.

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