ÖKO-STROM

Wieder mehr Windräder im Nordosten genehmigt

Nach Monaten des Stillstands haben sich wieder mehr genehmigte Projekte bei der Bundesnetzagentur um Zuschläge beworben. Auch in MV und der Uckermark wächst die Nachfrage.
Dieser Windenergiepark ist nahe einer Einfamilienhaussiedlung in Nauen enstanden. Um dem Mindestabstand der Anlagen zu Siedlun
Dieser Windenergiepark ist nahe einer Einfamilienhaussiedlung in Nauen enstanden. Um dem Mindestabstand der Anlagen zu Siedlungen gibt es immer wieder Streit. Patrick Pleul
Schwerin.

Nach monatelanger Bau-Flaute steht der Region nordöstlich von Berlin ein Mini-Boom bei Windrädern ins Haus. In einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur haben zahlreiche Projekte aus der Uckermark den Zuschlag für die gesetzlich zugesicherten Subventionen bei der Erzeugung von Windstrom erhalten. Von den fünf Windparks mit meist mehreren Generatoren befinden sich zwei Vorhaben bei Dauer zwischen Prenzlau und Pasewalk, wie aus einer Übersicht der Bundesbehörde hervorgeht. Weitere Anlagen in der Uckermark sollen bei Falkenwalde, Kleinow und Jagow errichtet werden. In Mecklenburg-Vorpommern erhielten zwei Projekte in Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim den Zuschlag.

Ziel der 2017 eingeführten Ausschreibungen ist es, die Zulagen für Ökostrom zu begrenzen, die von den Verbrauchern zu zahlen sind. An den mehrmals im Jahr angesetzten Bieterrunden dürfen sich Investoren mit bereits genehmigten Anlagen beteiligen. Erstmals in diesem Jahr hatten Interessenten im Dezember eine größere Strommenge als zulässig angeboten. Die Projekte, die jetzt zum Zuge gekommen sind, erhalten 6,11 Cent pro Kilowattstunde als Subvention. Laut einem Gutachten kostet die Erzeugung von Windstrom durchschnittlich 5,1 Cent je Kilowattstunde. Verbraucher zahlen derzeit rund 30 Cent je Kilowattstunde.

Weite Teile der Uckermark mit über 800 Anlagen sowie die Region Altentreptow entlang der A20 zählen heute schon zu den mit Windrädern am dichtesten bebauten Regionen in Deutschland. Mehrere Bürgerinitiativen versuchen, den Bau weiterer oder erneuerter größerer Anlagen zu verhindern. Darüber hinaus haben auch Gemeindevertretungen den Investoren das „gemeindliche Einvernehmen“ versagt.

Widerstand von Anwohnern verhinderte neue Anlagen

Angesichts des Widerstandes von Anwohnern sowie des Genehmigungsstaus für neue Anlagen war der Ausbau der Windenergie in diesem Jahr fast zum Erliegen gekommen. Trotz der stärkeren Nachfrage bei der Dezember-Ausschreibung wollte der Präsident des Bundesverbandes Windkraft (BWE) keine Entwarnung geben. „Die Branche befindet sich weiterhin massiv unter Druck“, erklärte BWE-Präsident Hermann Albers. Auch drei Monate nach einem Windgipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel gebe es durch Bund und Länder keine „nennenswerten Fortschritte“ bei der Straffung von Genehmigungsverfahren.

Insbesondere der künftig vorgeschriebene Abstand von Windrädern zu Wohnbauten hatte in den vergangenen Wochen zu verbalen Auseinandersetzungen geführt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte eine Distanz von 1000 Metern ins Spiel gebracht. Windkraftgegner fordern angesichts wachsender Anlagenhöhen deutlich größere Mindestabstände.

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Kommentare (5)

Meiner Meinung nach bringen diese Windspargel für die normale Bevölkerung, die sich keine Investitionen in solche Anlagen oder in Windparkfonds leisten kann, nur Nachteile!
Für die Aufstellung wird wieder mehr Boden versiegelt und teilweise Urwald abgeholzt (Hessen), die Anlagen machen Lärm und werfen Schatten, sie gefährden Insekten und Vögel, sie verunstalten die einstmals schöne Landschaft, sie sind nach dem Ende ihrer Dienstzeit Sondermüll und erzeugen während ihres Einsatzes unregelmäßig und damit unzuverlässig Energie, die an besonders windigen Tagen teilweise einfach verpufft oder ins Ausland verschenkt wird. Zudem müssen aufgrund der Unzuverlässigkeit klassische Kraftwerke als Reserve vorgehalten werden. Es profitieren nur diejenigen, die genug Geld haben und in solche Anlagen investieren können und werden damit zuverlässig noch reicher, da sie ihr Geld nach der installierten Leistung der Anlagen bekommen und nicht nach der tatsächlich erzeugten Energie. Und diejenigen, die für diese Anlagen ihren Acker verpachten können profitieren natürlich auch.
Aber Otto Normalverbraucher zahlt nur drauf. Wie immer halt.

Absolute Zustimmung. Fehlt noch das Schattenwerfen in Wohnungen und Häuser.

Nicht der Widerstand der Anwohner sondern der gesunde Menschenverstand und der Gesundheitsschutz der Familienangehörigen und deren Kindern verhindert Windanlagen vor der Haustür.

... jedem Haus ein Windrad bei denen die sowas befürworten. Mals sehen wie dann das Genehmigungsverfahren aussieht, einschließlich aller "Grünen" Abgeordneten.

macht das Licht aus, wobei ein Atomkraftwerk wirft wenigstens keinen Schlagschatten.