USEDOM UND RÜGEN

ADAC warnt Pfingst-Urlauber vor möglichen Megastaus in MV

Urlauber und andere Verkehrsteilnehmer in MV müssen sich zum Pfingstwochenende auf lange Staus einstellen. Vor allem auf der A20 und zu den Inseln Usedom sowie Rügen sind Staus zu erwarten.
dpa
Philipp Schulz Philipp Schulz
Die Peenebrücke von Wolgast auf die Insel Usedom könnte zu Pfingsten wieder zu massiven Saus führen (Archivbild).
Die Peenebrücke von Wolgast auf die Insel Usedom könnte zu Pfingsten wieder zu massiven Saus führen (Archivbild). Stefan Sauer
Bergen.

Bereits am vergangenen Himmelfahrtswochenende kam es auf Usedom und Rügen, den beiden beliebten Ostsee-Urlaubsinseln, zu langen Staus. Glaubt man den Aussagen der beiden großen Autoclubs, dem Auto Club Europa (ACE) und ADAC, könnte es ab Freitag und am Pfingstwochenende noch dicker kommen.

Brennpunkte werden wieder die bekannten Strecken wie die Zubringer von und nach Usedom und Rügen sein, wie Christian Hieff, Sprecher des ADAC Hansa, sagte. Auch die A20 mit ihrer „Superbaustelle“ am ehemaligen Autobahnloch bei Tribsees werde den Autofahrern viel Geduld abringen. Das Gleiche gelte dann für die Umleitungsstrecken. „Da werden wir Verzögerungen erleben, die sich gewaschen haben.“

Rügen fast ausgebucht

Bis auf Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland haben alle Bundesländer ein schulfreies langes Wochenende, Bayern und Baden-Württemberg sogar Ferien. Es sei der Start in die „sommerliche Stauhochsaison”, berichtet der ACE. Auch der ADAC warnt vor „Reisefrust” vor den freien Tag und spricht davon, dass ganz Deutschland unterwegs sei.  Denn wie zum Beispiel die Pressesprecherin der Tourismuszentrale Rügen mitteilte, rechnen die Gastgeber der Insel mit einer Auslastung von 85 bis 100 Prozent über Pfingsten.

In Sachen Stau liege laut Hieff viel Gestaltungsspielraum bei den Autofahrern, in dem sie ihre Fahrten außerhalb der Stoßzeiten legten. Für Bewohner aus Mecklenburg-Vorpommern selbst müsse gelten: „Bevor sich die Autofahrer durch NRW „geparkt haben“ und in Mecklenburg-Vorpommern angekommen sind, muss ich schon die Sonnenliege aufgeklappt haben.“ Die Gäste sollten sich bei der Abreise auch überlegen, ob sie am Montag nicht doch noch den Tag und den Sonnenuntergang genießen und sich erst dann ins Auto setzen.

ADAC warnt vor Megastau

Gleichzeitig müssten sich die Autofahrer mental auf die Staugefahr einrichten. Denn auf den vollen Strecken könne es immer wieder zu Auffahrunfällen kommen. „Dann kommt es schnell zu einem Megastau.“ Die Autofahrer sollten deshalb genügend zu Trinken dabei haben. Und der Tank sollte auch nicht in den roten Bereich gefahren werden. 

Hier wird es besonders eng

Auf den Autobahnen und Bundesstraßen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die Staugefahr über Pfingsten hoch. Mit einem starken Verkehrsaufkommen sei laut der Autoclubs an den Stoßzeiten für die Anreise, dem Freitagnachmittag und Samstags (sowohl am Vormittag als auch am frühen Nachmittag) zu rechnen. Rückreisende werden dann voraussichtlich am Montag und Dienstag jeweils vor allem am Nachmittag die Fernstraßen füllen.

In der Stauprognose des ADAC für den 7. bis 11. Juni werden vor allem die Schnittstellen an den Autobahnen als potenzielle Staustellen genannt. Längere Reisezeiten, so der ADAC, müssen Reisende im Nord-Osten besonders auf dem Berliner Ring, dem Kreuz Uckermark, wo die A11 und A20 aufeinandertreffen und dem Kreuz Rostock zwischen der A20 und A11, einplanen. Auch die Baustelle Tribesses, wo die A20 nach wie vor über eine Behelfsbrücke führt, wird den Urlaubern einiges an Zeit kosten.

Polizei bereitet sich auf Verkehrschaos vor

Aber nicht nur die Autobahnen bergen ein erhöhtes Staupotenzial. Besonders gefährdet sind die Zubringerstraßen auf die beliebten Urlauberinseln Usedom und Rügen. Die Infrastruktur-Probleme an Straßen in MV sind seit Jahren bekannt, insbesondere im Falle Usedoms und bei der B96 kommen Lösungen aber seit Jahren nicht aus der Planungsphase heraus. Gleichzeitig wächst der Tourismus immer weiter.

Besondere Stau-Gefahr besteht auf der B111, die durch die kleine Stadt Wolgast nach Usedom führt. Hier quält sich der gesamte Verkehr durch die Altstadt und über eine Brücke auf die Insel. An der Brücke ist zudem mehrfach am Tag während des Brückenzugs mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Bereits über Himmelfahrt entstanden hier, wie auch auf der B96n auf Rügen lange Staus durch die Urlauber. Deswegen bereitet sich die Polizeiinspektion Anklam auch besonders auf das lange Wochenende vor.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Pfingstwochenende bei Urlaubern besonders beliebt ist”, so Andrej Krosse, von der Pressestelle der Anklamer Polizeiinspektion. Diese will über das lange Wochenende mit zusätzlichen Kräften im Einsatz sein, unter anderem auch einer besonderen Verkehrsüberwachung, die im Notfall verkehrsregulierung eingreifen kann.

B96 als Ausweich-Strecke nicht zu empfehlen

Wer aus Richtung Berlin an die Ostsee will, kann neben den Autobahnen A19 und A20/A11 auch die B96 über Fürstenberg/Havel, Neustrelitz und Neubrandenburg wählen – zu empfehlen ist das aber auch nicht. Die Straße ist durchgehend nur zweispurig, Überholen ist wegen des hohen Verkehrsaufkommens vor allem in der Saison kaum möglich. Auch für die B96 gibt es seit mehr als 20 Jahren Ausbaupläne – doch getan hat sich bislang so gut wie nichts.

In der ADAC-Staustatistik liegt Mecklenburg-Vorpommern über das ganze Jahr gesehen dennoch immer auf dem letzten Platz liegt. „Aber es gibt halt immer die punktuellen Beschwerden.“ In anderen ADAC-Untersuchungen sei herausgekommen, dass Mecklenburg-Vorpommern die zufriedensten Autofahrer hat. „Übers Jahr gesehen kommt man gut von A nach B“, sagte der ADAC-Sprecher.

Dieser Artikel wurde am Freitag, 7. Juni, aktualisiert.

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