BETRUG IN MV

Anzeige gegen Ferienwohnungen-Betrüger erstattet

Die Kriminellen, die fremde Urlaubsdomizile vermieten, versuchen das Vertrauen von Kunden zu erschleichen. Die Masche ist nicht unbekannt, dafür sind die gekaperten Urlaubsziele neu.
Der Versicherer R+V geht juristisch gegen ein Internetportal vor, dass mit gefälschten Sicherungsscheinen versucht, Kunde
Der Versicherer R+V geht juristisch gegen ein Internetportal vor, dass mit gefälschten Sicherungsscheinen versucht, Kunden für Ferienwohnungen zu ködern. Angelika Warmuth
Neubrandenburg ·

Die R+V-Versicherung geht juristisch gegen die Betreiber des Online-Portals www.ferienhauspartner.co vor. „Wir haben selbstverständlich Strafanzeige erstattet“, sagte eine Sprecherin der Versicherung auf Anfrage unserer Zeitung. Die von den Kriminellen verschickten angeblichen R+V-Reisesicherungsscheine seien Totalfälschungen, erklärte sie. Mit diesen Zertifikaten, die bei Pauschalreisen dem Schutz vor Pleiten dienen, hatten die mutmaßlichen Betrüger teils erfolgreich versucht, ihre Opfer in Sicherheit zu wiegen.

Zuvor hatte der Verband Deutscher Ferienhausagenturen (VDFA) vor Betrug mit Ferienhäusern und -wohnungen in großem Stil gewarnt und eine Schadenssumme in Millionenhöhe vermutet. Verbandspräsidentin Monika Kowalewski hatte aufgrund von Erfahrungen aus dem Vorjahr Kriminelle für die Straftaten verantwortlich gemacht, die auch aus dem Ausland operieren und dort die Internetseite betreiben. Im vergangenen Jahr sei Mallorca mit fast identischen Seiten das Hauptziel der Betrüger gewesen.

Zehn Betrugsfälle bekannt

Offenbar wegen der Corona-Einschränkungen konzentrieren sich die unbekannten Online-Ganoven in diesem Jahr auf attraktive Regionen Deutschlands, darunter die Ostseeküste und die Mecklenburgische Seenplatte sowie den Spreewald in Brandenburg. Laut VDFA wurden illegal die Angebote seriöser Anbieter kopiert und ohne Wissen der Eigentümer ins Internet zur Vermietung gestellt. Viele Betroffene wüssten noch gar nicht, dass sie betrogen worden seien, sagte Monika Kowalewski. Das böse Erwachen werde oft erst kommen, wenn die Urlauber in ihr Feriendomizil ziehen wollten. Dann könnte die Unterkunft belegt oder die Türen verschlossen seien.

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Bei der R+V-Versicherung seien derzeit rund zehn Betrugsfälle bekannt, ergänzte die Unternehmenssprecherin. „Da Betrugsfälle aus ganz unterschiedlichen Regionen in Deutschland gemeldet wurden, stehen wir mit verschiedenen Polizeidienststellen in ständigem Austausch“, sagte sie. Da es sich um Betrug handelt, haben ihren Angaben zufolge die Geschädigten keinerlei Ansprüche gegenüber der R+V.

So funktioniert die Betrugsmasche

VDFA-Präsidentin Kowalewski beschreibt die Masche von ferienhauspartner.co folgendermaßen: Zunächst werde eine Anzahlung von 50 Prozent verlangt, 30 Tage vor Reisebeginn der Rest – bei einem Rabatt von zehn Prozent. Allein das sei verdächtig, weil lediglich 20 bis 30 Prozent Anzahlung üblich sein. Sei das Geld erst einmal an die Betrüger geflossen, habe man meist keine Chance mehr, mit ihnen in Kontakt zu treten.

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Das gelang auch unserer Zeitung nicht. Ferienhauspartner.co reagierte weder auf Nachfragen per Telefon noch per Mail. Nordkurier-Lesern war die ungewöhnliche Endung „.co“ an der zweifelhaften Webadresse aufgefallen. Diese Endung war eigentlich für Adressen aus Kolumbien reserviert, seit einigen Jahren nutzen aber auch gewerbliche Anbieter aus aller Welt die Endung, weil sie den „.com“-Adressen ähnelt und sehr viele Kombinationen mit dieser Endung bereits vergeben sind.

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