Ein kurzer Triebwagen sollte in Neubrandenburg die Kapaiztät eines ganzen Doppelstockzugs aufnehmen. Die Konsequenz: Es w
Ein kurzer Triebwagen sollte in Neubrandenburg die Kapaiztät eines ganzen Doppelstockzugs aufnehmen. Die Konsequenz: Es war nicht genug Platz für alle. privat/ZVG
Wieder einmal

Bahn-Chaos auf den Strecken zwischen Berlin und Vorpommern

Verspätungen, Baustellen und überfüllte Züge: Am Himmelfahrtstag mussten auf den Strecken zwischen Berlin und Vorpommern wieder einmal Fahrgäste am Bahnhof stehen bleiben.
Neubrandenburg

Wie soll das bloß werden, wenn ab Mittwoch das 9-Euro-Ticket für nochmals mehr Fahrgäste im Bahnverkehr in Richtung Usedom und Rügen sorgt? Diese Frage dürfte momentan nicht nur Bahn-Fahrer, sondern auch die Verantwortlichen bei der Bahn umtreiben. Denn im Verkehr zwischen Berlin und der vorpommerschen Ostsee sorgte bereits der Himmelfahrtstag für chaotische Zustände.

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Auf beiden Strecken nach Vorpommern wird gebaut

Grund waren neben hohem Fahrgastaufkommen mehrere Baustellen: Beide Strecken zwischen Berlin und Stralsund sind derzeit wegen Baustellen nicht durchgehend befahrbar. Die westliche Strecke über Neustrelitz und Neubrandenburg war zwischen Demmin und Grimmen gesperrt, die östliche Strecke über Prenzlau war zwischen Eberswalde und Pasewalk wegen Bauarbeiten dicht. Wer Richtung Vorpommern – also etwa nach Usedom, Rügen, Greifswald oder Stralsund – unterwegs war, musste daher „Zickzack“ fahren – über Neustrelitz, Neubrandenburg und Pasewalk.

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Die naheliegende Konsequenz: Endlose Fahrtzeiten und völlig überfüllte Züge, hinzu kamen diverse Verspätungen. Zwischen Neubrandenburg und Pasewalk sollte ein kurzer Triebwagen die Kapazität eines ganzen Doppelstockzugs aufnehmen, wodurch der Platz nicht für alle reichte. Die Bahn erließ kurzerhand ein Mitfahr-Verbot für Reisende mit Fahrrädern. Wer mit dem Zweirad unterwegs war, blieb am Bahnhof stehen – ohne Aussicht auf eine Alternative. Ebenso erging es aber auch manchen Fahrgästen ohne Fahrräder, für die schon in Berlin der Platz im Zug nicht reichte.

Endlose Fahrtzeiten nach Usedom und Rügen

Auch für die Glücklichen, die einen Platz ergattern konnten, stieg die Fahrtzeit zwischen Berlin und Heringsdorf auf diese Weise von den üblichen vier Stunden auf mehr als sechs Stunden. Zum Vergleich: Mit dem Auto sind es zweieinhalb Stunden. Auch für Reisende in Richtung Stralsund oder Rügen verlängerte sich die Fahrtzeit exorbitant. Hier empfahl die Bahn-Fahrplanauskunft mitunter sogar den Umweg über Rostock als schnellste Verbindung.

Die Kapazitätsprobleme im Bahn-Verkehr zwischen der Hauptstadt und der Ostsee sind seit mehr als zehn Jahren ein alljährlich wiederkehrendes Problem. Und daran dürfte sich so bald auch nichts ändern. Nach der Wahl im Herbst 2021 wurde das seit mehr als 20 Jahren SPD-geführte Landesverkehrsministerium aufgelöst. Es ist nun bloß noch eine Unterabteilung des – ebenfalls von der SPD geführten – Wirtschaftsministeriums.

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Kommentare (2)

Wer DDR-Verhältnisse nicht kannte oder nicht glauben will, muss diese live kennenlernen. Dafür sorgen die Welt- und Klimaretter. Unterschied war, es passten alle irgendwie in die Züge rein, weil Fahrräder spazieren fahren, war damals noch nicht Mode.

Zickzack fahren in der Hochsaison!