Glücksvögel

▶ Hier können Sie noch Kraniche sehen

Die Zugvögel aus Skandinavien und dem Baltikum legen jedes Jahr in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg eine Rast ein. Wenn man ihre Lieblingsplätze kennt, lassen sie sich wunderbar beobachten.
Tausende Kraniche sind schon in den Süden gezogen. Es sind aber auch noch massenhaft zu sehen in MV und B.
Tausende Kraniche sind schon in den Süden gezogen. Es sind aber auch noch massenhaft zu sehen in MV und B. Patrick Pleul
Groß Mohrdorf

Auf ihrer alljährlichen Wanderung in den Süden legen die Kraniche aus Skandinavien im Oktober an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern einen Zwischenstopp ein. Während die Tiere, die an der Küste rasten, vor allem aus den skandinavischen Ländern kämen, legen die Vögel aus dem Baltikum und Polen eher in der Region Müritz Rast ein, sagte Günter Nowald, Leiter des Kranichzentrums in Groß Mohrdorf des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) am Donnerstag. Es gebe jedoch auch eine einheimische Population.

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Eine größer werdende Anzahl von Vögeln – um die 30.000 – versuche zudem den Winter über in Deutschland zu bleiben, die meisten dieser „Zugmuffel“ blieben laut Nowald in Niedersachsen. Die Zahl der Überwinterer im Nordosten schwanke zwischen 5000 und 10.000 Tieren. Der überwiegende Anteil an Kranichen ziehe jedoch in den Süden, hiervon ungefähr 100.000 bis Frankreich und 200.000 bis auf die iberische Halbinsel.

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Ob die Vögel in Deutschland bleiben oder weiterziehen, das hänge laut dem Forscher sowohl von der individuellen Entscheidung der Kraniche ab als auch vom Nahrungsangebot. Bleibe unter anderem viel Mais auf den Feldern stehen, stehe den Tieren auch mehr Nahrung zur Verfügung. Wie Nowald ausführt, seien im Winter 1999 auf 2000 noch alle Vögel – die die Forscher beringt hatten – die fast 2000 Kilometer Luftlinie bis nach Spanien gezogen. Heute liege die durchschnittliche Wanderungsentfernung dagegen bei 700 Kilometern.

Zehntausende sind schon nach Frankreich gezogen

Zehntausende der ziehenden Kraniche haben Deutschland am vergangenen Wochenende verlassen und sind gut in Frankreich gelandet, teilte der NABU am Donnerstag mit. Die vorherrschende Wetterlage mit tagsüber klarem und sonnigem Wetter zusammen mit teils kräftigem Bodenfrost in der Osthälfte des Landes sorgte für einen kräftigen Schub beim Kranichzug. Beobachter konnten vor allem am Freitag und Samstag einen massiven Abflug von Vögeln beobachten, so der NABU. Doch auch jetzt seien noch massenhaft Kraniche im Nordosten zu sehen.

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Für alle, die sich nicht auf eigene Faust auf den Weg machen möchten, bietet der NABU bis zum 14. November zahlreiche Kranich-Führungen an, darunter:

- Freitag, 15. Oktober, 7 Uhr morgendlicher Kranichabflug, Groß Mohrdorf MV

- Freitag, 15. Oktober, 16.30 Uhr abendlicher Kranicheinflug, Linum BB

- Sonnabend, 16. Oktober, 7 Uhr morgendlicher Kranichabflug, Linum BB

- Sonnabend, 16. Oktober, 16 Uhr Kranich-Schiffstour, Waren MV

- Sonnabend, 16. OKtober, 16.30 Uhr abendlicher Kranicheinflug, Linum BB

Diese und viele andere geführte Touren zu den Glücksvögeln sind auf der Internetseite des NABU zu finden.

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