AUSSICHTEN FÜR MV

Nach dem Unwetter kommt die Hitze

Starkregen richtete auf Rügen und in weiten Teilen Vorpommerns Schäden an, die nun begutachtet werden. Nach den Unwettern soll es nun wieder heiß werden.
Nach dem Unwetter und Unterspülungen bei Samtens waren am Sonnatg die Schäden zu sehen. Der Verkehr wird umgeleitet.
Nach dem Unwetter und Unterspülungen bei Samtens waren am Sonnatg die Schäden zu sehen. Der Verkehr wird umgeleitet. Stefan Sauer
Durch die Sperrung bildete sich schnell ein Stau: Autos stehen im Reiseverkehr auf der B96 vor der Umleitungsstrecke.
Durch die Sperrung bildete sich schnell ein Stau: Autos stehen im Reiseverkehr auf der B96 vor der Umleitungsstrecke. Stefan Sauer
Über die Umleitungsstrecke kamen die Urlauber trotzdem an ihr Ziel.
Über die Umleitungsstrecke kamen die Urlauber trotzdem an ihr Ziel. Stefan Sauer
Neubrandenburg ·

Nach den schweren Unwettern vom Wochenende begutachten die Rügener am Montag die Schäden, die der Regen überall auf ihrer Insel angerichtet hat. Vielerorts sind Hänge und Steilküsten abgerutscht, sodass sie noch immer nicht betreten werden sollten. Die Feuerwehr mahnt zur Vorsicht. Diverse Straßen sind noch gesperrt und dürfen nicht befahren werden.

Auch die Hauptverkehrsader der Insel, die Bundesstraße 96, war von Unwetterschäden betroffen. Die Straße war bei Samtens seit Sonnabend wegen einer Unterspülung teilweise gesperrt. Die Fahrbahn drohte dort abzubrechen, an mehreren Stellen war bereits die Böschung abgerutscht, wie sich am Sonntag nach dem Unwetter zeigte. Betroffen war jedoch nur die Fahrbahn zur Insel, der Verkehr wurde dort über Landstraßen umgeleitet. In Richtung Stralsund ist die Straße befahrbar.

Am Montag soll die Bundesstraße wieder komplett in beide Richtungen freigegeben werden. Im Laufe des Montags werden Markierungen auf den Fahrbahnen entsprechend angepasst, sagte der stellvertretende Leiter des Straßenbauamts Stralsund, Hans-Jürgen Höcker.

Welche Baumaßnahmen nötig werden, um den Schaden zu beheben, stehe noch nicht fest. Ein Gutachter müsse die Stelle genau untersuchen, sagte Höcker.

Hunderte Feuerwehreinsätze in Vorpommern

Die Unwetter mit starken Regenfällen waren am Freitag aufgezogen und brachten stellenweise mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Zahlreiche Wanderwege, Straßen und Parkplätze waren im Amtsbereich Mönchgut-Granitz gesperrt. Die Feuerwehr hatte in der Nacht zu Sonnabend mehr als 250 wetterbedingte Einsätze im Landkreis Vorpommern-Rügen gemeldet. Die Einsatzkräfte hätten vor allem Keller und Tiefgaragen von Wasser befreit. Verletzt worden sei niemand. Auf dem Festland hat es der Polizei zufolge rund 20 bis 30 wetterbedingte Einsätze gegeben. Am Sonnabend hatte sich die Lage langsam beruhigt.

Auch in Südvorpommern war die Feuerwehr schwer beschäftigt, so habe es fast 180 Einsätze in einer Nacht gegeben. Eine Fischverkäuferin auf der Insel Usedom sprach von einer „eine katastrophalen Nacht”, nachdem die Unwetter wieder abgezogen waren. Den Humor hatte sie aber trotzdem nicht verloren: Nachdem der Parkplatz vor ihrem Verkaufsstand unter Wasser stand, bot die spontan einen „Drive In” für Autofahrer an.

Hitze im Osten, Starkregen im Westen

Nach einem heißen Sonntag bringt der Start in die neue Woche nun vor allem wieder Regen über Vorpommern. Für weite Teile Mecklenburgs hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag hingegen eine Hitzewarnung herausgegeben, sie gilt auch für Brandenburg, Berlin und den Osten Sachsens.

Heftiger und teils ergiebiger Starkregen wird laut DWD nun im Westen und Südwesten von Deutschland erwartet. „Die Unwetterserie geht in die nächste Runde. Dieses Mal trifft es den Westen Deutschlands besonders heftig. Bis Mittwochabend werden im Westen und Südwesten 100 bis 140 mm Regen erwartet”, meldet auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met gegenüber dem Wetterportal wetter.net. Dies gelte für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland bis nach Baden-Württemberg. In Bächen und Flüssen könne es zu Hochwasser kommen, auch der Rhein könne über die Ufer treten. Teilweise sei dort schon jetzt die Hochwassermarke 1 erreicht.

„Die genaue Lage der heftigen Regenfälle ist noch immer nicht sicher, doch der Schwerpunkt liegt nun im Westen, Südwesten und auch in der Schweiz, Vater Rhein bekommt daher quasi aus allen Seiten viel Wasser und das macht die Lage so besonders brisant”, so Jung.

Neue Hitzewelle am Monatsende?

Für den Osten Deutschlands sagt der Meteorologe hingegen weitere Hitzetage voraus. Bis Mittwoch seien bis zu 33 Grad möglich. Weiter in Richtung Südosten, in Wien, würden sogar Topwerte bis zu 40 Grad erreicht. „Das ist das ganze Problem: Wir sitzen weiterhin zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite die heiße Luft über Osteuropa. Dort sitzt ein fettes Sommerhoch. Auf der anderen Seite die kühlen Luftmassen aus Westen und Nordwesten. Beides trifft sich genau über Deutschland und das seit Wochen. Das ist wirklich eine brisante und gefährliche Mischung“ so Jung, der auch einen vagen Ausblick zum Monatsende wagt: „Gegen Monatsende basteln die Wettermodelle derzeit immer wieder an einer Hitzewelle für ganz Deutschland. Das ist aber noch unsicher. Allerdings tauchen immer wieder sehr heiße Berechnungen in den Prognosen auf. Da brauchen wir aber noch etwas Geduld. Aktuell ist es nur ein erster Trend.”

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Kommentare (2)

Hat Österreich sich jetzt wieder dem Großdeutschem Reich angeschlossen und Wien liegt in Ostdeutschland?

Irgendwie verwirrt! Es ist im Absatz die Rede vom Wetter in Ostdeutschland und dann kommt da Wien!

Nein, Wien hat sich nicht wieder dem Großdeutschen Reich angeschlossen und das wird auch an keiner Stelle in dem Artikel angedeutet. Die Anmerkung des Meterologen ist vielmehr so zu verstehen, dass die heiße Luft derzeit aus Osteuropa kommt, in den östlichen Regionen Deutschlands also heiße Tage zu erwarten sind und es noch weiter (süd-)östlich sogar noch heißer ist. Grüße aus der Redaktion, Simon Voigt