Dag S.

Bekannter Türsteher auf Usedom getötet

Im polnischen Swinemünde ist die Leiche des bekannten Usedomer Türstehers Dag S. gefunden worden. Die polnische Polizei vermutet ein Verbrechen.
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dpa
Wurde auf der Insel Usedom der bekannte Türsteher Dag S. ermordet?
Wurde auf der Insel Usedom der bekannte Türsteher Dag S. ermordet?
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Ahlbeck.

Ein Leichenfund auf der Insel Usedom beschäftigt die polnische und die deutsche Polizei. Der Tote war am Dienstag im polnischen Swinemünde (Świnoujście) gefunden worden, wie Sascha Ott als Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft am Donnerstag erklärte.

Der Tote stamme aus Greifswald und war in der Türsteher- und Kraftsport-Szene in Vorpommern bekannt. Zu den Todesumständen könne man derzeit keine weiteren Angaben machen. Unklar sei aber noch, ob der Fundort auch der Tatort war. Laut der Ostsee-Zeitung (OZ) soll es soll es sich bei dem Toten um Dag S. (59) handeln. Dieser soll bereits am 7. Mai tot auf einer Müllkippe in Swinemünde gefunden worden sein. In dem Bericht heißt es weiter, dass er laut mehrerer Usedomer mit einem Kopfschuss getötet worden sein soll. 

Auto des Toten in Ahlbeck beschlagnahmt

Die Sprecherin der zuständigen polnischen Staatsanwaltschaft, Joanna Biranowska-Sochalska, wies allerdings Spekulationen über Schusswunden am Körper des Mannes zurück. "Das kann ich entschieden dementieren", sagte sie. Weitere Angaben zum Tod des Mannes machte sie zunächst nicht. Die Leiche des Mannes werde nun obduziert. 

Laut Staatsanwaltschaft Stralsund wurde auf deutscher Seite im Nachbarort Ahlbeck bereits ein abgestelltes Auto beschlagnahmt, das dem Toten gehört haben soll. Die Federführung bei den Ermittlungen habe jetzt die polnische Seite, sagte der Sprecher. Das gehe nach dem Tatortprinzip. Dieser werde bisher ebenfalls auf polnischer Seite vermutet. Der 59-Jährige sei seinerseits aber auch polizeilich bekannt gewesen. Man werde aber jedem Ersuchen der polnischen Behörden nachkommen.

Wer war Dag S.?

Der gebürtige Greifswalder Dag S. lebte laut der OZ seit vielen Jahren auf Usedom und war der bekannteste Türsteher mehrerer Diskotheken und Bars. Außerdem war er zu DDR-Zeiten ein bekannter Kraftsportler in Greifswald und hatte mit dem ersten Fitnessstudio in der Hansestadt anfangs großen Erfolg - musste später jedoch Insolvenz anmelden.

Mordfall Maria K.

Bereits im März war im Ostseebad Zinnowitz auf der Insel Usedom die schwangere Maria K. (18) erstochen worden. Die beiden mutmaßlichen Täter, zwei junge Männer (19 und 21 Jahre) wurden festgenommen, sitzen derzeit in Untersuchungshaft und beschuldigen sich gegenseitig der Tat.

Am Mittwoch hat die Polizei in diesem Fall einen Ermittlungserfolg vermeldet: Sie fand ein Paar Schuhe, das einer der beiden Mordverdächtigen nach eigenen Angaben nach der Tat in einen Entwässerungsgraben geworfen hatte.

Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 9. Mai, mehrfach aktualisiert.