ERSTOCHEN AUF USEDOM

Ex-Freundin von Marias Mörder verurteilt

Wegen Falschaussage wurde jetzt eine ehemalige Freundin der ermordeten Maria (18) aus Zinnowitz vom Amtsgericht Greifswald verurteilt.
Der Haupttäter wurde zu 12 Jahren Jugendknast verurteilt.
Der Haupttäter wurde zu 12 Jahren Jugendknast verurteilt. Tilo Wallrodt
Maria K. (18) wurde im März 2019 auf Usedom ermordet.
Maria K. (18) wurde im März 2019 auf Usedom ermordet. zv
Zinnowitz.

Das Amtsgericht Greifswald hat die ehemalige Freundin des Mörders der 18-jährigen, schwangeren Maria aus Zinnowitz wegen Strafvereitelung verurteilt. Die junge Frau ist heute ebenfalls 18 Jahre alt und hat im Prozess am Montag gestanden, bei einer polizeilichen Vernehmung nach der Tat gelogen zu haben, wie ein Gerichtssprecher mitteile.

Nach Informationen des Nordkurier wurde die Angeklagte zu Arbeitsstunden verurteilt. Ein Sprecher des Gerichts wollte dies auf Anfrage weder bestätigen, noch dementieren.

Verurteilte war Marias beste Freundin

Details über das Urteil oder das Vergehen werden aus Jugendschutz-Gründen seitens des Gerichts nicht genannt. Die Verurteilte, die auch Marias beste Freundin war, war zum Zeitpunkt der Falschaussage noch minderjährig. Die Öffentlichkeit war vom Prozess ausgeschlossen.

Der Prozess um die Ermordung der schwangeren Maria vor dem Landgericht Stralsund hatte wegen der Brutalität der Tat Aufsehen erregt. Die zur Tatzeit im März vergangenen Jahres 19 und 21 Jahre alten Männer hatten sich nach Überzeugung des Gerichts zur Tat verabredet, weil sie einen Menschen sterben sehen wollten.

Unter einem Vorwand waren sie in Marias Wohnung gegangen. Dort hatte der Haupttäter aus dem Hinterhalt seinem Opfer einen heftigen Stich in den Hals versetzt und dann wahllos auf die wehr- und arglose Maria eingestochen. Offen blieb im Urteil die Frage, ob der Ältere Maria an den Beinen festgehalten hat.

Täter habe von Mordfantasien gesprochen

Beim 19-Jährigen ordnete das Gericht die Unterbringung im Maßregelvollzug an. Zusätzlich wurde er zu einer zwölfjährigen Jugendhaftstrafe verurteilt. Der 21-Jährige erhielt eine lebenslange Haftstrafe unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Eine vorzeitige Haftentlassung ist bei beiden so gut wie ausgeschlossen.

Die nun verurteilte 18-Jährige hat mit dem Hauptangeklagten ein Kind. Sie hatte im Prozess gegen ihn ausgesagt, er habe vor der Tat von seinen Mordfantasien gesprochen. Sie habe stets geantwortet, dass er aufhören solle, rumzuspinnen. Selbst als er sich am Tatabend betrunken verabschiedet habe, ein Messer gezeigt und das Verbrechen angekündigt habe, habe sie ihm nicht geglaubt.

Prozess geht weiter

Mit dem Prozess vor dem Amtsgericht gegen die junge Frau ist die juristische Aufarbeitung des Mordes an Maria noch nicht beendet. Während der 19-Jährige das Urteil des Landgerichts annahm, legte der Verteidiger des zu lebenslanger Haft Verurteilten Berufung beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe ein.

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Kommentare (1)

sind die Bemalungen bzw. Tattoos der Verurteilten in den Fällen Maria aus Zinnowitz und Leonie aus Torgelow. Auch zeigten beide Angeklagten im Laufe des Prozesses dem Gericht den Mittelfinger. Gibt es das womöglich eine Verbindung ziwschen den Taten (Stichwort: Grufti-Clique)? Und wurden hier statt der ganzen Clique nur einzelne Cliquen-Mitglieder verurteilt, sozusagen stellvertretend für die wahren Hintermänner oder -fraueNß *ketzererisch? frag*. Haben Polizei und Staatsanwaltschaft tatsächlich umfassen in alle! Richtungen ermittelt, oder wurde schlampig gearbeitet, so daß einige Tatbeteiligte nun unbestraft bleiben?