Online-Abzocke

Usedomer verliert 330.000 Euro an Internet-Betrüger

Die Handelsplattform versprach reichlich Gewinne in Millionenhöhe, doch der Usedomer verlor alles. Das Bundeskriminalamt gibt neun Tipps, woran unseriöse Handelsplattformen im Internet erkennt.
Der Usedomer hielt die Online-Plattform für seriös, doch am Ende sah er keinen Cent seines Geldes wieder.
Der Usedomer hielt die Online-Plattform für seriös, doch am Ende sah er keinen Cent seines Geldes wieder. Ole Spata
Usedom

Ein 65-Jähriger von der Insel Usedom hat im Internet mehr als 300.000 Euro verloren. Er wollte im Dezember 2020 langfristig Geld anlegen. Dabei stieß er auf die Handelsplattform profitassist.io und hielt diese für seriös, wie die Polizei mitteilte.

Betrüger versprachen 1,5 Millionen Euro Gewinn

Die Broker, mit denen er in sehr regem Kontakt stand, überzeugten ihn glaubwürdig, verschiedene Investitionen zu tätigen. Auch von der Frankfurter Börse wurde der Geschädigte angeblich kontaktiert und zu weiteren Zahlungen überredet. Über die nun folgenden Monate investierte der geschädigte Deutsche insgesamt 330.000 Euro. Dabei sollte ihm schließlich ein Gewinn von 1,5 Millionen Euro ausgezahlt werden.

Erst als die avisierte Auszahlung sich immer wieder verzögerte und zusätzliche Gebühren erforderte, dämmerte es dem 65-Jährigen, dass er einem Betrug auferlegen war und er erstattete jetzt Anzeige.

Lesen Sie auch: Vorsicht! E-Mail oder SMS von der Bank ist gefälscht

Vor der Handelsplattform profitassist.io warnte die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) bereits im April 2021 auf ihrer Website. Das Unternehmen ist kein nach Paragraph 32 des Kreditwesengesetz zugelassenes Institut. Die BaFin hat die sofortige Einstellung des unerlaubt erbrachten Eigenhandels angeordnet.

Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt hat die BaFin Hinweise aufgestellt, mit denen man Abzocke im Internet entlarven kann. Alle Tipps können hier nachgelesen werden. 

Was können Sie tun, um sich zu schützen?

1. Seien Sie misstrauisch bei Angeboten, die eine sichere Anlage, eine garantierte Rendite, dazu hohe Gewinne oder ein nur sehr geringes Risiko versprechen! Misstrauen Sie Bonusversprechungen und Erfolgen auf Demo-Konten.

2. Bevor Sie Geld übergeben oder eine Anlage tätigen, holen Sie immer unabhängigen Rat (z.B. bei Verbraucherzentralen) ein.

3. Nutzen Sie bei Anlageangeboten im Internet verschiedene Suchmaschinen, um möglichst umfassende Informationen zum Anbieter und zum Produkt zu erhalten.

4. Achten Sie bei Anlageangeboten im Internet darauf, ob ein Impressum angegeben ist. Wer ist Ihr potentieller Vertragspartner und wo hat er seinen Sitz?

5. Handelt es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen? Dies können Sie über die Unternehmensdatenbank der BaFin jederzeit abfragen.

6. Lehnen Sie unaufgeforderte Anrufe im Zusammenhang mit Anlageangeboten ab! Lassen Sie sich nicht auf Beratungsgespräche mit Unbekannten ein.

7. Vorsicht vor zukünftigen Betrugsversuchen! Wenn Sie bereits Opfer wurden und in einen Betrug investiert haben, werden die Betrüger Sie wahrscheinlich wieder ins Visier nehmen oder Ihre Daten an andere Kriminelle verkaufen.

8. Vorsicht bei Hilfsangeboten! Häufig geben sich Betrüger, die Ihre Kundendaten erworben haben, als „Samariter” aus, die Sie dabei unterstützen wollen, Ihr verlorenes Geld zurückzuholen.

9. Seien Sie misstrauisch und kontaktieren Sie bei Verdacht die Polizei und/ oder die BaFin!

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Kommentare (7)

...aber mein Mitleid hält sich bei soviel Blödheit, oder besser Raffgier, in Grenzen.

Dummheit wird bestraft. Das Geld war eh nicht durch seine Hände erwirtschaftet worden. Bestimmt son Unternehmerfuzzi.

Die Betrügerfirma ist immer noch aktiv und die Polizei schaut zu. Sie jagen lieber Schreckschusspistolen und Leute die 35 statt 30 fahren.

steht für in ordnung ?
Da müsste man aber schon stutzig werden.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnte vor der Handelsplattform profitassist.io bereits im April 2021
c&p ndr.de
Wenn dann noch jemand der Plattform bzw. der webseite vertaut, nenne ich es eigenes Verschulden. Ich würde mir diese Seite nicht mal ansehen.

Aber kein Mitleid dafür.
Endlich ist Raffgier mal ordentlich bestraft worden.
Jeden Tag steht ein Dümmer auf,und den holen wir uns.

Bei der Party in der Türkei oder Kosovo wäre ich gern dabei gewesen. Der Mitarbeiter hat vom Chef bestimmt den goldenen Schnatz bekommen.

wäre er doch mit den 330 000 € plus Rente gut versorgt gewesen. Aber das kommt dabei raus wenn man immer mehr will und den Hals nicht voll kriegt. Nun sind andere gut versorgt.