UMWELTMINISTERIUM

Wolf "GW924m" soll auf Usedom Schafe gerissen haben

Auf Usedom wurde eine Schafherde mit 135 Tieren angegriffen. Das Agrarministerium ist überzeugt: Es war der Wolf, der aus Schleswig-Holstein eingewandert ist.
Gerald Bahr Gerald Bahr
Problemwolf „GW924m” stammt aus Schleswig-Holstein und wanderte weiter nach Mecklenburg-Vorpommern.
Problemwolf „GW924m” stammt aus Schleswig-Holstein und wanderte weiter nach Mecklenburg-Vorpommern. ZVG
Görke.

Der Angriff auf eine große Schafherde auf der Insel Usedom geht offenbar auf das Konto des Wolfs „GW924m”. Das teilte das Umweltministerium am Freitag mit. Mehrere Sachverständige hätten Bilder von dem Vorfall in Görke auf Usedom mit dem Fotomaterial vergangener Risse abgeglichen. Daher „liegt der Verdacht nahe, dass auch der aktuelle Vorfall dem aus Schleswig-Holstein weitergezogenen Problemwolf 'GW924m' zuzuordnen ist”, hieß es vom Ministerium.

Die Herde mit 135 Tieren auf Usedom liegt im Süden der Insel, nahe der Bundesstraße 110. Vier Schafe wurden verletzt, eins getötet, wie es am Donnerstag hieß. Ein Grundschutz gegen Wolfsangriffe sei dort laut Ministerium nicht gegeben gewesen. Dieser wäre nötig, um im Schadensfall eine Entschädigung vom Land zu bekommen.

DNA-Spuren werden noch ausgewertet

Jetzt müssen noch die auf Usedom sichergestellten DNA-Spuren analysiert werden, bis eine endgültige Bestätigung vorliegt, dass „GW924m” für die Risse verantwortlich ist. Die Ergebnisse werden für nächste Woche erwartet. Dennoch scheint man sich jetzt schon sicher zu sein. „Das Tier weist nach Angaben der Sachverständigen ein ganz charakteristisches Rissbild auf, dem die auf Usedom vorgefunden Biss- und Fraßspuren sehr ähneln”, schrieb das Umweltministerium.

Wird der Problemwolf, der aus Schleswig-Holstein eingewandert ist und schon für mehrere Risse in Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich sein soll, nun abgeschossen? „Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse werden wir in Abstimmung mit allen beteiligten Behörden umgehend über das weitere Vorgehen entscheiden“, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Unter anderem Schafzüchter und die CDU forderten den Abschuss vor wenigen Tagen, als bekannt wurde, dass dieser Tiere in Grambow bei Schwerin gerissen haben soll. Backhaus hingegen winkte ab. Den Abschutz befürworte er zwar, doch die Rechtslage in Mecklenburg-Vorpommern lässt das ihm zufolge nicht zu. Wegen des EU-Schutzstatus müsste erneut eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt werden, um den Wolf legal zu töten.

Wolf ist wohl quer durch MV gezogen

„Eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung kann nur zeitlich befristet und für ein konkret abgestecktes Gebiet erteilt werden. Bis vor Kurzem hatten wir keine Hinweise dazu, ob sich 'GW924m' überhaupt noch in Mecklenburg-Vorpommern aufhält. Nun müssen wir annehmen, dass er einmal quer durchs Land gewandert ist und möglicherweise weiter nach Polen zieht. Das ist eine völlig neue Sachlage“, so Backhaus am Freitag.

In Schleswig-Holstein hatte das Raubtier mehrfach Nutztiere gerissen, obwohl die Herden wie vorgeschrieben gesichert waren. Der Wolf hatte selbst hohe Zäune übersprungen. Daraufhin sollten Jäger in drei Kreisen den Vierbeiner erlegen. Bevor das klappte, war er aber schon nach Mecklenburg-Vorpommern weitergezogen.

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