Alexander Badrow (CDU, l), Oberbürgermeister von Stralsund, und Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister, besuchen das Grundstück für den neuen Standort der Bevölkerungsschutz-Akademie auf der Insel Dänholm zwischen Rügen und Stralsund.
Alexander Badrow (CDU, l), Oberbürgermeister von Stralsund, und Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister, besuchen das Grundstück für den neuen Standort der Bevölkerungsschutz-Akademie auf der Insel Dänholm zwischen Rügen und Stralsund. Stefan Sauer
Um Hochwasser – wie hier im Juli in Rheinland-Pfalz – zu bekämpfen, braucht es gut ausgebildete Spezialisten.
Um Hochwasser – wie hier im Juli in Rheinland-Pfalz – zu bekämpfen, braucht es gut ausgebildete Spezialisten. Die sollen jetzt in Stralsund ihren Job lernen. Boris Roessler
Tödliches Hochwasser

100 neue Jobs in Stralsund für den Katastrophenschutz

Prominenter Besuch in Stralsund: Der Bundesinnenminister und die MV-Ministerpräsidentin haben am Dienstagnachmittag einen wichtigen Termin in Vorpommern. Es gibt Gutes zu verkünden.
Stralsund

Die Bilder von den tödlichen Flutkatastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind auch zwei Monate später immer noch allgegenwärtig. Dass gut ausgebildete Spezialisten wichtiger denn je sind, ist spätestens nach den zerstörerischen Wassermassen, die ganze Dörfer und Städte weggerissen hatten, bekannt. Auch vor diesem Hintergrund freute sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Dienstag, dass der neue Standort der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung auf dem Dänholm in Stralsund angesiedelt werden soll.

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Die Ministerpräsidentin hatte sich in den vergangenen Wochen gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für eine Ansiedlung der Akademie in Mecklenburg-Vorpommern stark gemacht. „Das ist eine großartige Entscheidung. Ich freue mich sehr, dass wir mit unserer Bewerbung erfolgreich waren. Stralsund ist ein hervorragender Standort. Wir werden die Ansiedlung von Seiten der Landesregierung unterstützen”, erklärte Schwesig.

Katastrophen könnten jedes Bundesland treffen. Das hätten nicht nur die Hochwasserkatastrophen in diesem Jahr gezeigt, auch in Mecklenburg-Vorpommern habe es vor zwei Jahren mit dem großen Waldbrand in Lübtheen ein riesiges Unglück gegeben.

Bereits vierte Bundeseinrichtung in MV nach Kommissionsbeschluss

Schwesig bedankte sich bei Bundeskanzlerin und Bundesminister für die Entscheidung für Stralsund. „Horst Seehofer hatte den Vorsitz in der Kommission Gleichwertige Lebensverhältnisse, in der ich als Ministerpräsidentin mitgewirkt habe. Dort haben wir vereinbart, dass Einrichtungen des Bundes verstärkt in den ostdeutschen Bundesländern angesiedelt werden. Die Bundesregierung hat Wort gehalten. Nach der Bundesstiftung von Engagement und Ehrenamt in Neustrelitz, dem Bundeskompetenzzentrum Wald und Holz in Gülzow und der geplanten Zoll-Hochschule in Rostock ist dies bereits die vierte Entscheidung, von der wir in Mecklenburg-Vorpommern profitieren”, betonte die MV-Regierungschefin.

Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) betonte anlässlich der Entscheidung pro Stralsund: „Wir haben uns dieses Mal ausschließlich mit Standorten in Vorpommern beworben. Das verdeutlicht, dass wir die Frage der gleichwertigen Lebensverhältnisse auch innerhalb unseres Bundeslandes ernst nehmen und damit einen wichtigen Punkt der Vorpommern-Strategie umsetzen.”

Die Bundesakademie gehört zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und hat bislang nur einen Standort im rheinland-pfälzischen Ahrweiler. Dort schult das BBK Mitarbeiter aus Landratsämtern, Bürgermeister und andere Akteure des Katastrophenschutzes für ihre Aufgaben.

In Stralsund sind rund 100 Mitarbeiter für die Akademie vorgesehen. Laut Bundesinnenministerium sei eine Kapazität von bis zu 10.000 Schulungsteilnehmern pro Jahr vorgesehen.

 

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