Die Schüler aus der Ukraine machen mittlerweile fast die Hälfte aller ausländischen Schüler in MV aus.
Die Schüler aus der Ukraine machen mittlerweile fast die Hälfte aller ausländischen Schüler in MV aus. Robert Michael
Flüchtlinge

1000 ukrainische Schüler mehr in MV in nur zwei Monaten

In MV werden derzeit über 12.000 Schülerinnen und Schüler aus knapp 130 Nationen unterrichtet. Die jungen Menschen aus der Ukraine machen mittlerweile fast die Hälfte aus.
dpa
Schwerin

An Mecklenburg-Vorpommerns Schulen werden aktuell rund 5500 Flüchtlingskinder aus der Ukraine unterrichtet. Damit stellen sie fast die Hälfte aller ausländischen Schüler, wie aus einer Mitteilung des Schweriner Bildungsministeriums vom Sonntag hervorgeht. „In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit über 12.000 Schülerinnen und Schüler aus knapp 130 Nationen unterrichtet”, erklärte Ministerin Simone Oldenburg (Linke).

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Allein in den letzten zwei Monaten stieg die Zahl ukrainischer Schülerinnen und Schüler in MV um rund 1000. Insgesamt hat MV derzeit mehr als 160.000 Schüler.

Wer seit Beginn dieses Schuljahrs Mitte August aus dem Ausland an eine Schule in MV kommt, wird grundsätzlich in sogenannten Vorklassen unterrichtet. In diesen jahrgangsübergreifenden Klassen mit vier Stunden Unterricht pro Tag steht das Deutschlernen im Mittelpunkt. Die Kinder sollen nach früheren Angaben des Ministeriums ein bis zwei Jahre dort bleiben.

Lehrer waren manchmal überfordert

Als Grund für das neue Vorgehen gilt eine Überforderung der Lehrer, eine größere Zahl von Kindern ohne Deutschkenntnisse von Anfang an gemeinsam mit deutschsprachigen Kindern zu unterrichten. Als Reaktion auf die Fluchtbewegung aus der Ukraine seien in diesem Schuljahr an 66 Schulen 95 Vorklassen mit derzeit 1200 Kindern und Jugendlichen eingerichtet worden, erklärte Oldenburg.

Der Landesflüchtlingsrat hatte die Einrichtung der Vorklassen kritisiert. MV verlasse damit den vorbildlichen Weg, Kinder von Anfang an nach und nach in den allgemeinen Unterricht zu integrieren.

Jedes geflüchtete Kind werde unterrichtet, auch künftig, versicherte Ministerin Oldenburg. An Schulen mit Kapazitäten im gemeinsamen Unterricht erfolge auch gemeinsamer Unterricht. Aktuell gebe es landesweit 63 externe Vertretungskräfte zur Unterstützung der Flüchtlingskinder.

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In Kitas, Horten und bei Tagesmüttern werden den Angaben zufolge derzeit mehr als 600 geflüchtete Kinder betreut.

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Kommentare (1)

Jeder Dritte bleibt hier. Wenn der Krieg lange dauert noch mehr. Und das ist auch gut so. Wir brauchen die Zuwanderung, weil wir viel zu wenig Kinder haben und nach wie vor junge Frauen abwandern, wie jüngst die NZZ berichtete ("Junge Frauen verlassen Ostdeutschland").