Bomben-Fund
10.000 Rostocker von Evakuierung betroffen

In der Rostocker Innenstadt ist bei Arbeiten für eine Wohnanlage eine 250 Kilogramm-Fliegerbombe gefunden worden.
In der Rostocker Innenstadt ist bei Arbeiten für eine Wohnanlage eine 250 Kilogramm-Fliegerbombe gefunden worden.
Joachim Mangler

Bomben-Fund in der Rostocker Innenstadt: Die Entschärfung selbst ist aus Expertensicht wohl kein Problem. Doch die Innenstadt muss dafür geräumt werden.

In der Rostocker Innenstadt ist bei Arbeiten für eine neue Wohnanlage eine 250 Kilogramm-Fliegerbombe gefunden worden. Für die Zeit ihrer Entschärfung am Mittwoch werde das Gebiet im Umkreis von bis zu 1000 Metern geräumt, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze am Montag. „Das Evakuierungsgebiet muss bis acht Uhr morgens verlassen werden”, erklärte er nach einer Sitzung von Stadtverwaltung und Polizei.

Er ging von rund 10.000 betroffenen Menschen aus. Erst nach der vollständigen Evakuierung beginne die Entschärfung der Bombe. Wie lange diese dann dauern wird, könne noch nicht gesagt werden.

Bombe stammt aus Zweitem Weltkrieg

Die Bombe war am Morgen bei den Arbeiten beim sogenannten Rosengarten an einer viel befahrenen Straße gefunden worden. Es handele sich um eine amerikanische 250-Kilo-Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. „Die Zünder sind in Ordnung. Man kann sie entschärfen, da sollte es keine Probleme geben”, sagte Willi Buth vom Unternehmen MAKS Kampfmittelbergung.

„Wir können einschätzen, was wir machen können, weil wir die Bombe gesehen haben”, erklärte Fred Tribanek vom Munitionsbergungsdienst MV. Wenn man wisse, was man machen müsse, sei die Sache glasklar, der Rest sei Routine. „Es gibt aber auch Bombentypen, da hätten wir alles stehen- und liegenlassen und selber das Weite gesucht.”

Drei Schulen in evakuierender Fläche

„Das wird eine große Anstrengung”, twittere Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). „Grund zur Sorge besteht derzeit nicht.”

Auf die Polizei, die den Angaben zufolge am Mittwoch mit zwei Hundertschaften in der Innenstadt unterwegs sein wird, und die Stadtverwaltung kommt viel Arbeit zu. In der zu evakuierenden Fläche liegen drei Schulen, fünf Alten- und Pflegeheime, mehr als 100 Arztpraxen und ein Dutzend Hotels und Pensionen. Zudem liegt die komplette Fußgänger- und Einkaufszone im Evakuierungsgebiet.

Den Angaben zufolge werde die Stadthalle Rostock zur Notunterkunft umfunktioniert, sie werde ab 7 Uhr zur Verfügung stehen. Straßenbahnen und Busse werden ab 7.30 Uhr nicht mehr in das Gebiet einfahren können.