CORONA-KRISE

11.500 Unternehmen in MV haben Kurzarbeit angemeldet

Die Maßnahmen, die eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen sollen, treffen viele Unternehmen hart. Die Bundesagentur für Arbeit begrüßt Kurzarbeit.
dpa
Infolge der Corona-Krise haben in Mecklenburg-Vorpommern bislang rund 11.500 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet.
Infolge der Corona-Krise haben in Mecklenburg-Vorpommern bislang rund 11.500 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Jens Büttner
Schwerin.

Die Corona-Krise hat zu einem enormen Anstieg von Kurzarbeit in Mecklenburg-Vorpommern geführt. Die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit geht von rund 11.500 Unternehmen aus, die bislang Kurzarbeit angemeldet haben. Eine genaue Zahl könne die Regionaldirektion noch nicht nennen, sagte Chefin Margit Haupt-Koopmann am Dienstag. Aufgrund der großen Arbeitsbelastung in den Arbeitsagenturen seien noch nicht alle Anzeigen erfasst worden. Zugleich könnten Doppelungen, wie Zugänge über Post, E-Mail und die Internetseite, nicht ausgeschlossen werden.

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Stimmt die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen etwa, dann wäre jedes sechste Unternehmen im Land betroffen. Laut Statistischem Landesamt gab es in Mecklenburg-Vorpommern 2017 knapp 70.000 Betriebe.

Friseure, Physiotherapeuten, Zahnarztpraxen oder Gastwirte

Die Anzeigen stammen vor allem aus dem Gastgewerbe, dem Einzelhandel mit Ausnahme des Lebensmittelhandels, der Baubranche und dem Gesundheitswesen, wie es hieß. Beispiele seien Friseure, Physiotherapeuten, Zahnarztpraxen oder Gastwirte. Haupt-Koopmann sagte, sie begrüße jede Anmeldung von Kurzarbeit, denn sie bedeute, dass Arbeitsplätze erhalten würden. Unklar sei noch, wie viele der Kurzarbeitsanzeigen auch wirklich umgesetzt würden. "Aufgrund der Ungewissheit über die tatsächliche Entwicklung sind daher alle Vorhersagen mit sehr hoher Unsicherheit verbunden", sagte Haupt-Koopmann.

Für April erwartet sie steigende Erwerbslosenzahlen, was untypisch für diesen Monat ist, in dem eigentlich die Tourismussaison beginnt und die Frühjahrsbelebung insgesamt zu Neueinstellungen führt. "Aktuell gibt es jedoch - bedingt durch den Coronavirus - weniger Arbeitslose, die eine Beschäftigung aufnehmen", sagte Haupt-Koopmann. Wie hoch der Anstieg sein werde, könne sie noch nicht sagen.

Im März war die Erwerbslosenzahl um 3000 auf 59.700 im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Die Quote sank von 7,6 auf 7,3 Prozent. Allerdings sind die Auswirkungen der Corona-Krise dabei noch nicht sichtbar, wie Haupt-Koopmann erklärte. Dies sei frühestens ab dem nächsten Monat möglich. Hintergrund sei, dass die aktuellen Daten am 12. März erhoben wurden. "Dieser Stichtag lag wenige Tage vor den - auch wirtschaftlich - schwerwiegenden Entscheidungen der Politik, die eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen."

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