CORONA-KRISE

13.100 Unternehmen in MV haben Kurzarbeit angemeldet

Immer mehr Unternehmen in MV melden Kurzarbeit wegen der Corona-Krise an. Die AfD und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Nord haben eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes gefordert.
dpa
In MV bleiben zur Eindämmung des Coronavirus auch alle Hotels und Pensionen an der Ostseeküste geschlossen. Viele Be
In MV bleiben zur Eindämmung des Coronavirus auch alle Hotels und Pensionen an der Ostseeküste geschlossen. Viele Betriebe mussten Kurzarbeit anmelden (Symbolbild). Jens Büttner
Schwerin.

Infolge der Corona-Krise haben in Mecklenburg-Vorpommern bislang rund 13.100 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Dies sei ein Anstieg um rund 500 Unternehmen im Vergleich zur Auswertung in der vergangenen Woche, teilte die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Kiel mit.

Die Anzeigen stammen vor allem aus dem Gastgewerbe, dem Einzelhandel mit Ausnahme des Lebensmittelhandels, der Baubranche und dem Gesundheitswesen, wie es hieß. Die Bundesagentur übernimmt bei Kurzarbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent.

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Bleibt es bei der Zahl der Kurzarbeitsanzeigen, dann wäre fast jedes fünfte Unternehmen in MV betroffen. Laut Statistischem Landesamt gab es in Mecklenburg-Vorpommern 2017 knapp 70.000 Betriebe.

Bundesweite Entwicklungen bei der Kurzarbeit

Bundesweit stieg die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet haben, auf 725.000. Damit sei die Zahl zum Stichtag 13. April gegenüber der Vorwoche noch einmal um zwölf Prozent gewachsen. Eine Woche zuvor hatten 650.000 Unternehmen Kurzarbeit reklamiert.

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Wie viele Personen betroffen sind, ist durch die Sonderauswertung der Bundesagentur nicht erfasst. Diese Zahl kann erst im Nachhinein nach der Abrechnung durch die Betriebe ermittelt werden. Bei der Bundesagentur arbeiten den Angaben zufolge inzwischen 8000 Mitarbeiter an der Abwicklung von Kurzarbeit, zehn Mal so viele wie in normalen Zeiten.

AfD und DGB fordern Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Die AfD fordert eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes. „Schon zu Beginn der Corona-Krise forderte die AfD-Fraktion im Landtag MV eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 80 beziehungsweise 87 Prozent, um Bürger vor einer drohenden Existenznot zu bewahren”, sagte der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes, in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Besonders betroffen seien derzeit Menschen, die zu ihrem Lohn Zuschläge oder Trinkgelder erhielten und Familien, bei denen ein Teil zuhause bleiben muss, um Kinder zu betreuen.

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Nord hatte ebenfalls eine 20-prozentige Erhöhung des Kurzarbeitergeldes gefordert. Dies würde nach Schätzungen in Mecklenburg-Vorpommern weniger als 20 Millionen Euro pro Monat mehr kosten. Eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 80 Prozent – bei Arbeitnehmern mit Kind auf 87 Prozent – würde vor allem Beschäftigten der Niedriglohnbranche helfen, so der DGB.

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