„Fridays For Future”
1500 Teilnehmer bei Klima-Demos in MV erwartet

Wie hier in Stuttgart weiten sich die Schülerproteste unter dem Motto „Fridays For Future” auch in MV immer weiter aus.
Wie hier in Stuttgart weiten sich die Schülerproteste unter dem Motto „Fridays For Future” auch in MV immer weiter aus.
Sebastian Gollnow

Am Freitag werden auch in MV viele Schüler für den Klimaschutz protestieren. Schulleiter sollen aber die Anträge von Streikwilligen ablehnen.

Unter dem Motto „Fridays For Future“ sollen am Freitag wieder in zahlreichen Orten Mecklenburg-Vorpommerns so genannte „Schülerstreiks“ stattfinden. In Anklam, Greifswald, Stralsund, Wismar, Boizenburg, Rostock und Schwerin gingen zuletzt regelmäßig Schüler auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

An diesem Freitag kommen wohl noch Neubrandenburg, Friedland, Teterow und Malchin dazu. Die Organisatoren der Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern rechnen mit rund 1500 Teilnehmern. Weltweit sind mehr als 1650 Klimakundgebungen geplant, in Deutschland knapp 200.

Hesse pocht auf Schulpflicht

Das Bildungsministerium pocht derweil auf die Schulpflicht. Die Teilnahme an einer Demonstration während der Unterrichtszeit stehe dem entgegen, hatte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) schon am Mittwoch erklärt: „Eine Beurlaubung kommt nicht in Frage, weil mit der Teilnahme an einer Demonstration kein triftiger Grund vorliegt“, betonte sie. Wer sich dennoch entscheide, während der Schulzeit zu demonstrieren, müsse mit Konsequenzen rechnen.

Passend dazu übermittelten die Staatlichen Schulämter den Schulen in MV ein Musterschreiben, mit dem sie Anträge auf Beurlaubung ablehnen sollen. Es liegt dem Nordkurier vor. Darin heißt es: „Eine Teilnahme Ihres Kindes an einer schulfremden Demonstration können Sie als Eltern gern unterstützen, sofern dadurch nicht die Schulpflicht beeinträchtigt wird.“

Greta Thunberg für Nobelpreis vorgeschlagen

„Ich finde es großartig, dass sich bei uns in Mecklenburg-Vorpommern so viele junge Menschen für den Klimaschutz einsetzen”, zeigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) Verständnis für die Schüler. „Sie erinnern uns daran, dass wir eine Verantwortung gegenüber kommenden Generationen haben.” Diese Verantwortung bestehe darin, die Erde in einem guten Zustand zu halten.

Die Klima-Bewegung geht auf die schwedische Schülerin Greta Thunberg zurück. Ihr Engagement hat ihr eine Nominierung für den Friedensnobelpreis eingebracht. Drei Abgeordnete der norwegischen Sozialistischen Linkspartei sprachen sich dafür aus, dass der 16-Jährigen die renommierte Auszeichnung überreicht wird.

Kommentare (4)

Zitat: "Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) Verständnis für die Schüler. „Sie erinnern uns daran, dass wir eine Verantwortung gegenüber kommenden Generationen haben.” Diese Verantwortung bestehe darin, die Erde in einem guten Zustand zu halten." Eine Ministerpräsidentin (und andere so genannte Volksvertreter) muss erst von Schülern daran erinnert werden, dass sie Verantwortung haben, die Erde in einem guten Zustand zu halten??? Was denken die eigentlich wofür sie gewählt wurden?

Die Ministerpräsidentin ist nicht Volksvertreter, sondern Teil der Exekutive. Auch wurde sie nicht vom Volk gewählt.

Und wer hat behauptet, dass Frau Schwesig Volksvertreterin ist oder vom Volk gewählt wurde? Wer lesen (und verstehen) kann ist klar im Vorteil.

Die Formulierung "Eine Ministerpräsidentin (und andere so genannte Volksvertreter)..." schließt die MPin in den Kreis mit ein. "...wofür sie gewählt wurden" ebenso.