WEST-OST-GEFÄLLE

18.000 Funklöcher in MV – aber keins in Schwerin

Vorpommern und die Seenplatte sind bei der Versorgung mit schnellem Internet mittlerweile komplett abgehängt. Im Gegensatz zur Landeshauptstadt Schwerin, die bestens ausgestattet ist.
Solche Funksendemasten für dem Mobilfunjk-Standard 5G sind in vielen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns noch eine Raritä
Solche Funksendemasten für dem Mobilfunjk-Standard 5G sind in vielen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns noch eine Rarität. Soeren Stache
Schwerin.

Beim Mobilfunk in Mecklenburg-Vorpommern gibt es eklatante regionale Unterschiede. Je weiter man sich von der Landeshauptstadt Schwerin in Richtung Osten entfernt, desto schlechter wird die Netzabdeckung. Es existiert ein offenkundiges West-Ost-Gefälle.

Konkret: Während es in Schwerin kein einziges Funkloch mehr gibt, klaffen vor allem in den ländlichen Landkreisen wie Vorpommern-Greifswald und der Mecklenburgischen Seenplatte noch deutliche Lücken. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Hagen Reinhold hervor, die dem Nordkurier vorliegt.

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Landkreis Vorpommern-Greifswald hat die meisten Funklöcher

Der liberale Politiker aus dem Bundestagswahlkreis Rostock hatte wissen wollen, wie viele sogenannte Rasterzellen zur Erfassung der Mobilfunkabdeckung in Mecklenburg-Vorpommern in die Kategorie „kein Netz” fallen.

Die Antwort ist verblüffend und erschreckend zugleich: Laut aktueller Zahlen aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 18.000 Funklöcher – bei einer Gesamtzahl von und 370.000 Rasterzellen. Als Rasterzelle „ohne Netz” werden jene Areale erfasst, in denen weniger als die Hälfte der Haushalte mit 3G oder 4G versorgt sind.

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Schlechte Netzabdeckung durch fehlende Funkmasten

Zum Vergleich: In Sachsen gibt es rund 13.000 Funklöcher über bewohntem Gebiet. Das entspricht 4,4 Prozent aller Mobilfunk-Rasterzellen. In Mecklenburg-Vorpommern liegt diese mit 4,85 Prozent etwas höher.

Die Liste der schwarzen Flecken in der Netzabdeckung führt in MV der Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 5062 Funklöchern an. Das macht 8,32 Prozent der Rasterzellen des Landkreises aus. Gefolgt von der Mecklenburgischen Seenplatte mit 7,05 Prozent (6202 Rasterzellen) und Vorpommern-Rügen mit 4,48 Prozent (2271 Rasterzellen). Laut Bundesministerium sei das Problem der schlechten Netzabdeckung auf fehlende Funkmasten zurückzuführen.

„Funklochkarte zeigt, wie Landeshauptstadt um sich selbst dreht”

Für Hagen Reinhold sind die aktuellen Zahlen „völlig inakzeptabel”. Die Funklochkarte mache deutlich, wie sehr sich die Landesregierung um sich selbst dreht. Schwerin stehe perfekt da, selbst in Mecklenburg-Vorpommerns größter Stadt Rostock gebe es schon viel mehr Funklöcher.

„Spätestens durch Corona verschwimmen die Grenzen von Arbeit und Freizeit immer mehr. Aktuell arbeitet ein Viertel aller Berufstätigen im Home Office. Das könnte aber auch ein Hotelzimmer am Stettiner Haff sein”, mahnt der liberale Bundestagsabgeordnete. Von den Schwierigkeiten und Widrigkeiten, mit denen Unternehmen kämpfen, mal ganz zu schweigen.

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Kritik an Minister Pegel und Vorpommern-Staatssekretär Dahlemann

Gleichzeitig nimmt Reinhold MV-Infrastrukturminister Christian Pegel und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (beide SPD) in die Pflicht. „Sie müssen sich mit Vorrang um den Netzausbau kümmern – und zwar nicht trotz sondern wegen Corona”.

 

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