Mitarbeiter laufen über das Gelände der Unimedizin Greifswald. (Archivbild von Anfang Februar)
Mitarbeiter laufen über das Gelände der Unimedizin Greifswald. (Archivbild von Anfang Februar) Stefan Sauer
Unimedizin Greifswald

20 Prozent der Klinik-Mitarbeiter fallen wegen Corona aus

In den Krankenhäusern von MV liegen so viele Corona-Patienten wie noch nie. Erschwerend kommt hinzu, dass derzeit auch massiv Personal ausfällt – etwa in Greifswald.
Greifswald

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern immer noch an. Die hohe Zahl an Neuinfektionen wirkt sich jetzt verzögert auch auf die Klinikzahlen aus. Sorgen bereitet dem Greifswalder Professor Lars Kaderali vor allem die Situation auf den Normalstationen. „Dort spitzt sich die Lage in den Kliniken Mecklenburg-Vorpommerns aktuell zu”, schrieb Kaderali auf Twitter. Kaderali ist seit Beginn der Pandemie medizinischer Berater der Landesregierung.

Derzeit lägen 527 Patienten in MV im Krankenhaus, davon etwa die Hälfte wegen Corona, bei der andere Hälfte wurde eine Infektion mit dem Coronavirus im Krankenhaus festgestellt. Der Aufwand für diese beiden Gruppen sei aber gleich: Isolation, Schutzausrüstung und andere medizinische Maßnahmen, sagte der Akademiker. Kaderalis Schlussfolgerung: „Problematisch ist die Anzahl an Patienten, dies ist eine neue Rekordzahl. Die Krankenhäuser laufen voll.”

Die Zahlen am Montag: Corona-Infektionen in MV nach Wochenende wieder angestiegen

Massive Ausfälle beim Personal

Erschwerend hinzu kämen nach Auskunft Kaderalis massive Ausfälle beim Personal – wegen Krankheit, Quarantäne, Kinderbetreuung. „An der Universitätsmedizin Greifswald betragen diese Personalausfälle aktuell rund 20 Prozent der Mitarbeiter.”

Gleichzeitig steige der Anteil der BA2-Variante an, die nochmal deutlich infektiöser sei – ob diese auch wieder mit schwererer Krankheitslast assoziiert wird, sei noch nicht ganz klar. Kaderali weiter: „Durch die geänderte Teststrategie haben wir wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer an Infektionen.”

Vor diesem Hintergrund ist für den Professor klar, mit Lockerungen sehr vorsichtig zu sein. „Wir sollten nicht zu schnell alles Öffnen. Masken sind ein sehr wirksames Mittel, auf das wir nicht vorschnell verzichten sollten”, schrieb Kaderali.

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