20.000 US-Soldaten werden über den Atlantik bis nach Osteuropa verlegt. Mindaugas Kulbis
HANDOUT – Fahrzeuge des US-Militärs werden am 25.09.2017 vom US-Frachter „Resolve” in Bremerhaven (Nied
Dabei werden die Truppen von den deutschen und belgischen Seehäfen über den Landweg weiter transportiert. Bundeswehr/dpa
Nato-Großübung

20.000 US-Soldaten durchqueren Deutschland

Für die Nato-Übung „Defender Europe 2020” wird gerade eine ganze US-Division nach Osteuropa verlegt. 10.000 Fahrzeuge und doppelt so viele Soldaten durchqueren Deutschland.
Berlin

Die USA wollen die Verlegung großer Truppenkontingente nach Osteuropa trainieren. Deshalb werden in den kommenden Monaten zahlreiche Militärkonvois über Deutschlands Straßen rollen, unter anderem auch über Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die größte Truppenverlegung der USA nach Europa seit 25 Jahren steht unmittelbar bevor. Wie Bundeswehr und US Army am Dienstag in Berlin ankündigten, startet die großangelegte Militärübung „Defender Europe 2020“ bereits in der kommenden Woche mit den ersten Transporten – allerdings noch im überschaubaren Rahmen. Der Großteil der Konvois, mit denen Tausende Soldaten samt Material und Fahrzeugen nach Osteuropa gebracht werden sollen, sei für Ende Februar und Anfang März geplant.

Staus und Proteste sind nicht auszuschließen

Im Rahmen der Großübung sollen testweise rund 20.000 Soldaten von den USA quer durch Deutschland nach Osteuropa verlegt werden, um für eventuelle Krisenfälle gewappnet zu sein. Darüber hinaus sind mehrere weitere Übungen in Deutschland, Polen, Georgien und dem Baltikum geplant, so dass insgesamt 37.000 Soldaten aus 18 Nationen beteiligt sein werden. Der stellvertretende Kommandeur der US Army Europe, Major General Andrew Rohling, sprach von einem Signal, dass die USA ihrer Verantwortung für Europa und die Nato-Partner gerecht würden.

Die Einsatzkräfte und das Material aus den USA sollen per Schiff und Flugzeug nach Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland gebracht werden. In Bremerhaven sollen die ersten Transportschiffe etwa nach derzeitiger Planung am 22. Februar entladen werden. Der Weitertransport nach Polen und in die baltischen Staaten erfolgt anschließend per Straße und Schiene.

US-Soldaten rollen auch über Autobahnen im Land

Um die US-Truppen vom Westen in Richtung Osteuropa zu verlegen, werden Teile der Armee auch Mecklenburg-Vorpommerns Autobahnen benutzen. Die Konvois von bis zu 20 Fahrzeugen sollen sich ausschließlich Nachts über die A24 und A20 fahren. Die Fahrzeiten zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens soll die Belastung unter der Bevölkerung minimieren, so Rohling. Auf Medienanfrage bestätigte auch das Verkehrsministerium des Landes, bereits von über die geplanten Truppenverlegungen informiert worden zu sein. Schwerlasttransporte seinen nicht geplant, hieß es weiter. Trotzdem muss das schwere Kriegsgerät über das Nadelöhr der A20 bei Tribsees transportiert werden. Die Brücke soll dieser Herausforderung aber standhalten können, wie das Verkehrsministerium MV verlauten ließ.

Linke rufen zu Protesten in Sachsen auf

Die Linken im Sächsischen Landtag haben zum friedlichen Protest gegen das kommende Woche beginnende Manöver „Defender Europe 2020“ des US-Militärs aufgerufen. „Diese Großübung ist eine Provokation gegenüber Russland und Ausdruck eines falschen Feindbildes und massiver Geld- und Ressourcenverschwendung“, sagte die Abgeordnete Antonia Mertsching am Mittwoch in Dresden. Die Zeiten von Abschreckung als Form von Sicherheitspolitik seien vorbei.

Mertsching forderte die Landesregierung auf, bei der Bundesregierung auf die Einhaltung des 1990 geschlossenen Zwei-plus-Vier-Vertrages hinzuwirken. Die sächsische Regierung müsse sich dafür einzusetzen, „dass die fortgesetzte Nutzung des Territoriums des Freistaates Sachsen als Aufmarsch- und Übungsgebiet von Nato-Streitkräften gegen Russland wirksam unterbunden wird“. Die Bundeswehr sollte sich mit ihrem Truppenübungsplatz Oberlausitz und ihrer Kaserne in Frankenberg nicht an der Übung beteiligen.

 

 

 

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