Fläschchen des Impfstoffs von Astrazeneca gegen Covid-19 (Symbolbild)
Fläschchen des Impfstoffs von Astrazeneca gegen Covid-19 (Symbolbild) Bruna Prado
Astrazeneca

2200 MV-Bürger mit zu kaltem Impfstoff geimpft

2200 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern wurden mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca geimpft, ehe sich herausstellte, dass er vermutlich beim Transport beschädigt wurde. Wer sich unwohl fühlt, soll zum Arzt gehen, so Gesundheitsminister Glawe.
Schwerin

Wie konnte es passieren, dass der in Mecklenburg-Vorpommern verabreichte Astrazeneca-Impfstoff zu kalt war? Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat der unterkühlte Impfstoff? Fragen, die die Öffentlichkeit stellt und auf die das Gesundheitsministerium in Schwerin mit aller gebotenen Dringlichkeit Antworten sucht. Am Mittwochabend lagen erste Erkenntnisse vor.

„Es gibt Hinweise, dass Probleme des Großhändlers beim Transport aufgetreten sind. Anhand der bisherigen Recherchen sind die Temperaturdaten des Impfstoffes beim Transport zu den Impfzentren beziehungsweise in die Krankenhäuser unter 0 Grad Celsius abgefallen. Das ergeben die Auswertungen der Protokolle sogenannter Temperaturlogger. Diese überwachen die Temperatur beim Transport in den Transportbehältern“, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) mit. Der vorgeschriebene Temperaturbereich des britisch-schwedischen Impfstoff-Herstellers liegt zwischen +2 bis +8 Grad Celsius.

Weitere Impfung ausgesetzt

Der Impfstoff von Astrazeneca bleibt nun in Abstimmung mit den Impfzentren in Mecklenburg-Vorpommern weiter vorsorglich ausgesetzt und in Quarantänelagerung. „Bis zur Wiederaufnahme der Impfungen muss die Lieferkette nachvollzogen und mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen werden. Hier laufen Auswertungen mit der Arzneimittelüberwachungsstelle sowie dem Transporteur und den Impfzentren in den Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten weiter“, sagte Glawe.

Das Gesundheitsministerium gab gestern zudem bekannt, dass neben der Auslieferung von 8400 Dosen vom 15. Februar auch eine weitere Charge mit 6000 Dosen vom 11. Februar zu kühl transportiert beziehungsweise gelagert worden ist. Nach den bisher vorliegenden Informationen der Krankenhäuser und Impfzentren sind rund 2200 Personen mit dem zu kalten Impfstoff von Astrazeneca geimpft worden. In dem Zusammenhang mahnte der Gesundheitsminister: „Wer sich unwohl fühlt, sollte vorsorglich den nächsten Arzt aufsuchen.“

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Land will an Impfstoff festhalten

Trotz aller aktuellen Probleme: Minister Glawe machte deutlich, dass das Land weiter am Impfstoff von Astrazeneca festhalte. „Nach unserem derzeitigen Wissensstand hat die vorsorgliche Unterbrechung der Impfungen mit Astrazeneca nichts mit der generellen Qualität des Impfstoffes zu tun. Deshalb werden wir sobald wie möglich die Impfungen fortsetzen. Dabei sind die aktuellen Entwicklungen zu möglichen Impfreaktionen im Auge zu behalten“, betonte der CDU-Politiker.

Der Impfstoff von Astrazeneca gilt eigentlich als relativ leicht zu transportieren und zu lagern – im Gegensatz beispielsweise zum Impfstoff von Biontech: Der muss bei -70 Grad gelagert werden.

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