UMWELTSCHUTZ

25.000-Euro-Preis für Stralsunder Ostsee-Schützer

Seit Jahrzehnten leitet Jochen Lamp das Stralsunder WWF-Ostseebüro. Nun ehrt ihn eine finnische Stiftung für sein Engagement zum Schutz der Ostsee mit einem hochdotierten Preis.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp, wird von der finnischen Stiftung Östersjofonden mit einem 25.000-Euro-Preis für seinen Einsatz zum Schutz der Ostsee ausgezeichnet.
Der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp, wird von der finnischen Stiftung Östersjofonden mit einem 25.000-Euro-Preis für seinen Einsatz zum Schutz der Ostsee ausgezeichnet. Stefan Sauer
Stralsund.

Für seinen langjährigen Einsatz zum Schutz der Ostsee erhält der Chef des Ostseebüros des World Wide Fund For Nature (WWF), Jochen Lamp, die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie wird am Freitag von der finnischen Stiftung Östersjoforden in Mariehamn verliehen. Lamp habe sich auf nationaler und internationaler Ebene für den langfristigen Erhalt gesunder Ökosysteme in der Ostsee eingesetzt, heißt es in der Begründung.

Lamp selbst bezeichnete die Anerkennung der Ostsee durch die Internationale Schifffahrts-Organisation (IMO) als besonderes empfindliches Seegebiet und die deutlichen Umweltverbesserung im Schiffverkehr als größten Erfolg des WWF-Ostseebüros. Dagegen sei die Überdüngung durch die Landwirtschaft noch immer ein Dauerbrenner-Problem.

Schutzprojekte der Ostseestiftung

Weitgehend durchsetzen konnte sich der WWF mit seinem Bemühen, den Nothafen Darßer Ort wieder zu einer echten Kernzone des Nationalparks zu machen. Der inzwischen politisch und finanziell gesicherte Bau eines Ersatzhafens in Prerow bis 2021 entspreche weitgehend dem schon 1997 vom WWF unterbreiteten Vorschlag, sagte Lamp. Ein weiterer Erfolg sei die Schaffung des vom WWF betriebenen Besucherzentrums an Rügens Königsstuhl gewesen.

Kritisch hatte sich der WWF zudem mit Großprojekten wie der einst bei Mukran geplanten Meyer-Werft, dem umstrittenen Bau eines Steinkohlekraftwerks in Lubmin sowie der Gaspipeline Nord Stream auseinandergesetzt. Zusammen mit Partnern war es 2011 gelungen, mit Mitteln der Pipelinebetreiber eine Deutsche Ostseestiftung zu gründen, die Lamp als Vorstandsvorsitzender leitet. Ausgestattet mit drei Millionen Euro Eigenmitteln wurden seitdem Naturschutzvorhaben für rund 24 Millionen Euro ausgelöst.

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