Bislang gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine 2G-Regelung. Die Bevölkerung ist in dieser Frage gespalten.
Bislang gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine 2G-Regelung. Die Bevölkerung ist in dieser Frage gespalten. Axel Heimken
Repräsentative Umfrage

2G-Regel spaltet die Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern

Eine Nordkurier-Umfrage zeigt: Eine Mehrheit der Bürger im Land befürwortet die Einführung einer 2G-Regelung. Es gibt aber auch viele in MV, die das sehr kritisch sehen.
Neubrandenburg

70 Prozent der Über-18-Jährigen in Mecklenburg-Vorpommern sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das hat eine repräsentative Umfrage des Insituts Insa im Auftrag des Nordkurier ergeben, bei der im Laufe dieser Woche 1064 Menschen telefonisch und online befragt wurden. Die Umfrage enthielt auch Fragen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, mehr dazu lesen Sie hier.

Zu viel oder zu wenig Druck auf Ungeimpfte?

Die Quote weicht von der offiziellen Impfquote von derzeit 61,2 Prozent ab, weil in der Nordkurier-Befragung die Unter-18-Jährigen nicht erfasst sind. Rechnet man diese hinzu, ergibt die Umfrage nur eine geringfügig höhere Impfquote, als die offiziellen Zahlen hergeben. In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Befürchtungen gegeben, die offizielle Impf-Statistik könne wegen fehlender Werte niedriger ausfallen, als sie in Wirklichkeit schon ist. Zumindest in Mecklenburg-Vorpommern scheint dies aber nicht der Fall zu sein.

Made with Flourish

Die Befragung zeigt auch, dass die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern gespalten auf die Frage blickt, ob die Politik genug, zu viel oder zu wenig Druck auf die Ungeimpften ausübt. Eine Mehrheit ist der Meinung, dass der Druck genau richtig (28 Prozent) oder zu gering ist (27 Prozent). Insgesamt kommt dieser Block auf 55 Prozent. Demgegenüber sind 36 Prozent der Ansicht, auf Ungeimpfte werde zu viel Druck ausgeübt. Weitere 8 Prozent antworten auf diese Frage mit „Weiß nicht” oder „keine Angabe”.

Bevölkerung tendiert beim Thema 2G zu den Extremen

Auffällig ist dabei, vor allem AfD- und FDP-Anhänger der Meinung sind, die Politik übe zu viel Druck auf Ungeimpfte aus. Im Landesteil Vorpommern sind mehr Menschen (40 Prozent) der Meinung, der Druck sei zu hoch, als in Mecklenburg (34 Prozent).

Die Spaltung, die sich bei dieser Frage bereits abzeichnete, setzt sich auch hinsichtlich der Befürwortung oder Ablehnung einer 2G-Regelung fort, bei der Ungeimpften der Zugang zu Gaststätten oder Kultureinrichtungen verwehrt werden kann. Zwar ist auch hier eine knappe Mehrheit der Bevölkerung der Meinung, eine solche Regel wäre sehr gut (29 Prozent) oder eher gut (23 Prozent) – insgesamt 52 Prozent. Allerdings sind auch 12 Prozent der Meinung, 2G sei „eher schlecht”, 25 Prozent finden 2G sogar „sehr schlecht” – insgesamt 37 Prozent. Auch dass die „Sehr”-Antworten hier jeweils mehr Stimmen erhalten als die „Eher”-Antworten, zeigt, dass diese Frage das Potential zur Spaltung der Gesellschaft hat.

Made with Flourish

Bisher gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den acht Bundesländern, die noch keine 2G-Regelung eingeführt haben, sondern getesteten Ungeimpften den Zugang zu Gaststätten und Kultur-Einrichtungen weiter ermöglichen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte vor Kurzem die Hoffnung geäußert, ihr Bundesland möge durch eine Steigerung der Impfquote an einer Einführung einer 2G-Regelung vorbeikommen.

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