FEUER, GAS UND EXPLOSIVES

34-Jähriger wegen versuchten Mordes angeklagt

Ein Schizophrener soll versucht haben, drei Erwachsene und zwei Kinder umzubringen. In Fußfesseln wurde er in den Gerichtssaal geführt.
Der Angeklagte Nino H. links hat Schizophrenie. Er soll versucht haben, fünf Menschen umzubringen.
Der Angeklagte Nino H. links hat Schizophrenie. Er soll versucht haben, fünf Menschen umzubringen. Stefan Tretropp
Güstrow ·

Vor dem Landgericht der Hansestadt Rostock begann am Donnerstag der Strafprozess gegen einen 34 Jahre alten Angeklagten, dem mehrere schwere Straftaten zur Last gelegt werden: Brandstiftung, versuchter Mord in fünf Fällen, versuchte schwere Brandstiftung und versuchtes Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion.

Laut Anklage soll Nino H. im April 2019 in Güstrow die Gartenlaube seiner Freundin angezündet und niedergebrannt haben. Auslöser: Die Frau soll dem Angeklagten keinen ausreichenden Umgang mit der gemeinsamen Tochter gewährt haben. Im Oktober 2020 dann soll der 34-Jährige laut Anklage nachts im Flur eines Güstrower Mehrfamilienhauses, in dem auch er wohnte, eine Gasflasche aufgedreht, mit einer Lunte versehen und diese dann entzündet haben, während fünf Personen im Haus schliefen – darunter zwei Kinder.

Feuerwehr verhinderte massive Detonation

Der Angeklagte soll in seiner Wohnung eine größere Menge selbstgebaute explosive Pyrotechnik gelagert haben. Anschlagende Rauchmelder und das rechtzeitige Eingreifen der Feuerwehr verhinderten damals einen massiven Brand und eine Detonation. Dabei – so die Anklage – nahm Nino H. billigend in Kauf, dass mehrere Mieter gesundheitlich zu Schaden kommen oder sogar getötet werden könnten.

Der 34-Jährige wurde aus der U-Haft der JVA Waldeck mit Fußfesseln vorgeführt, nach Verlesung der Anklageschrift und dem obligatorischen Abfragen der Personalien wurde die Öffentlichkeit für den weiteren Prozessverlauf ausgeschlossen. Hintergrund: Nino H. leidet unter einer paranoiden Schizophrenie und soll die Taten im Zustand der erheblichen verminderten Schuldfähigkeit begangen haben. Erst bei der Verlesung des Urteils Anfang Mai ist die Öffentlichkeit wieder zugelassen.

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