ZWANGSRÄUMUNG

35-Jähriger setzt Rostocker Wohnung in Brand

Offenbar wegen einer drohenden Zwangsräumung hat ein 35-Jähriger in Rostock seine Wohnung in Brand gesetzt und sich anschließend ein Messer in den Bauch gerammt.
Stefan Tretropp Stefan Tretropp
Ein Mann in Rostock hat offenbar seine eigene Wohnung angezündet und sich selbst schwer verletzt, um einer Zwangsräu
Ein Mann in Rostock hat offenbar seine eigene Wohnung angezündet und sich selbst schwer verletzt, um einer Zwangsräumung zu entgehen. Stefan Tretropp
Rostock.

Zu einem Großeinsatz sind am frühen Montagmorgen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in den Rostocker Nordosten ausgerückt. Ein Mieter, dessen Wohnung in Dierkow zwangsgeräumt werden sollte, hatte nach ersten Informationen vorsätzlich ein Feuer gelegt und sich selbst schwer mit einem Messer verletzt.

Wie es von der Polizei hieß, hatte sich der Vorfall im Kurt-Schumacher-Ring zugetragen. Um 8 Uhr klingelten demnach eine Gerichtsvollzieherin und eine Mitarbeiterin der Wohnungsgesellschaft an der Tür des 35-jährigen Mannes. Als er ihnen öffnete, drang bereits dichter, schwarzer Qualm aus der Wohnung, Flammen im Bereich des Wohnzimmers waren zu erkennen.

Mann blutete stark

Der 35-Jährige röchelte und blutete stark. Wie es hieß, hatte sich der Mann mit einem Messer selbst in den Bauch gestochen. Die beiden Frauen alarmierten umgehend Feuerwehr und Polizei und informierten anschließend möglichst viele Mieter des Mehrfamilienhauses, damit sie dieses verlassen können.

Als die ersten Feuerwehren und die Polizei eintrafen, hatten sich mehrere Wohnungsinhaber bereits auf der Straße versammelt, um dem starken Qualm zu entgehen. Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, brannte das komplette Wohnzimmer des Mannes. Der Qualm kam auch auf der anderen Seite der Wohnung vom Balkon heraus.

Feuerwehr löscht Brand

Unter schwerem Atemschutz löschten die Feuerwehrleute den Brand, der die gesamte Wohnung unnutzbar machte. Der 35-Jährige wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Weitere Menschen wurden nicht verletzt.

Im Einsatz waren rund 20 Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr. Die Kriminalpolizei versucht nun die genaue Brandursache zu ermitteln. Vermutlich habe der Mieter das Feuer selbst auf der Couch des Wohnzimmers gelegt. Bestätigt ist dies jedoch nicht.

Im Normalfall berichtet der Nordkurier nicht über (versuchte) Selbsttötungen. Ausnahmen bilden unter anderem Fälle, die sich in der Öffentlichkeit abspielen. Wer Selbstmordgedanken hat, sollte sich bitte an die Telefonseelsorge wenden. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und 24 Stunden am Tag unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Der Anruf taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

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