Auch Bauern zahlen

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35 Kontrollsäulen in MV überwachen Zahlung der Lkw-Maut

An 15 Bundesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern sollen 35 Mautkontrollsäulen die Bezahlung der Straßengebühr für Lastwagen überwachen.
An 15 Bundesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern sollen 35 Mautkontrollsäulen die Bezahlung der Straßengebühr für Lastwagen überwachen.
Torsten Bengelsdorf

Die blau-grünen Säulen an den Bundesstraßen haben schon viel Aufmerksamkeit erregt. Ab Juli gehen sie in Betrieb – etwa auf der B104, der B11 und der B5.

An 15 Bundesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern sollen 35 Mautkontrollsäulen vom kommenden Sonntag an die Bezahlung der Straßengebühr für Lastwagen überwachen. Dies teilte das Verkehrsministerium in Schwerin mit. Die rund vier Meter hohen, blau-grünen Säulen sind dazu mit Kameratechnik ausgerüstet. Sie stehen unter anderem an der B103 in Rostock-Lichtenhagen, wo an jedem Werktag im Schnitt rund 850 Lastwagen durchfahren, und an der B104 in Teterow mit rund 1300 Brummis in 24 Stunden. Weitere Standorte sind zum Beispiel an der B111 in Züssow oder an der B5 in Redefin bei Ludwigslust.

Nach Angaben des Betreibers der Säulen, der Toll Collect GmbH, erstellen die Geräte mehrere Bilder vom erfassten Lkw und von seinem Kennzeichen. Mithilfe eines Datenabgleichs könne dann festgestellt werden, ob Maut gezahlt wurde. Auch Autokennzeichen werden nach Angaben des Betreibers fotografiert, Bilder von nicht mautpflichtigen Fahrzeugen würden allerdings noch in der Säule gelöscht.

Maut-Einnahmen fließen in den Bundeshaushalt

Ab 1. Juli müssen für Lkw über 7,5 Tonnen in Deutschland Gebühren gezahlt werden, wenn sie die Bundesstraßen nutzen. Die Preise sind streckenabhängig. Lastwagenfahrer haben die Möglichkeit, sich per App oder im Internet einzubuchen. Auch ein fest installiertes Gerät im Fahrzeug ist möglich.

Die Mauteinnahmen fließen in den Bundeshaushalt. Kommunen mit mehr als 80.000 Einwohnern – in Mecklenburg-Vorpommern sind das Rostock und Schwerin – bekommen dem Verkehrsministerium zufolge einen Anteil pro Kilometer Bundesstraße im Stadtgebiet. Diese größeren Kommunen seien für den Unterhalt der Bundesstraßen auf ihrem Gebiet verantwortlich.

Die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen soll bundesweit zwei Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr einbringen. Die seit 2005 erhobene Gebühr spült schon mehr als 4,5 Milliarden Euro pro Jahr in die Bundeskasse. Ab 1. Januar 2019 sind neue Mautsätze vorgesehen. Der Bund erwartet dann weitere Mehreinnahmen von jährlich rund einer Milliarde Euro. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) rechnet mit durchschnittlich 7,2 Milliarden Euro in den nächsten Jahren.

Maut für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge

Auch Bauern sind von der neuen Maut betroffen, wie NDR 1 Radio MV am Montag berichtete. Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge, die schneller als 40 Kilometer pro Stunde fahren können, müssen demnach vom 1. Julia an Straßengebühren zahlen. Das sorge für Aufregung unter Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern, bislang seien viele von Ausnahmegenehmigungen ausgegangen. Laut Angaben von Toll Collect wären das für einen Traktor mit zwei Anhängern im ungünstigsten Fall 21,8 Cent pro Kilometer, so der NDR. Allerdings gelte die Zahlungspflicht nur, wenn die Anhänger beladen seien.

Kommentare (1)

Ich finde der LKW Verkehr hat dadurch leicht abgenommen. Zu mindestens bis Tribsees, lohnt es sich für die osteuropäischen Spediteure noch auf der A-20 zu bleiben. Vorher hat man bekanntlich die Autobahn Maut umfahren und regionale Straßen belastet. Was in anderen EU-Ländern längst Standard ist, kommt im Rückständigen MV erst Mitte 2018 zur Geltung.