Nationalpark Jasmund

40 Hektar Wald werden im Nationalpark auf Rügen gefällt

Bäume fällen im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen – darf das sein? Auf 40 Hektar muss der Baumbestand weichen. Dabei wird auch der Einsatz eines Harvesters kritisiert.
dpa
Entlang der Landesstraße 303 zwischen Sassnitz und Hagen werden im Nationalpark Jasmund Bäume gefällt.
Entlang der Landesstraße 303 zwischen Sassnitz und Hagen werden im Nationalpark Jasmund Bäume gefällt. Stefan Sauer
An der etwa sieben Kilometer langen Strecke werden auf beiden Seiten der Straße vorwiegend Buchen, Eschen und Ahorn sowie Fichten, Lärchen und Douglasien entnommen.
An der etwa sieben Kilometer langen Strecke werden auf beiden Seiten der Straße vorwiegend Buchen, Eschen und Ahorn sowie Fichten, Lärchen und Douglasien entnommen. Stefan Sauer
Insgesamt werde der Wald auf etwa 40 Hektar eingeschlagen.
Insgesamt werde der Wald auf etwa 40 Hektar eingeschlagen. Stefan Sauer
Die Stämme werden nach Angaben des Revierförster verkauft, damit ein Teil der Kosten wieder hereinkomme.
Die Stämme werden nach Angaben des Revierförster verkauft, damit ein Teil der Kosten wieder hereinkomme. Stefan Sauer
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Sassnitz.

Im Nationalpark Jasmund auf Rügen werden zum Entsetzen von Naturliebhabern seit Mitte Januar in großem Stil Bäume gefällt. Die Arbeiten sind aus Gründen der Verkehrssicherheit nötig, wie eine Sprecherin des Nationalparkamtes sagte. Entlang der Landesstraße 303, die den Nationalpark von Norden nach Süden durchquert, werden demnach mit einer Holzerntemaschine Bäume geschlagen.

An der etwa sieben Kilometer langen Strecke werden auf beiden Seiten vorwiegend Buchen, Eschen und Ahorn sowie Fichten, Lärchen und Douglasien entnommen, sagte Revierförster Rico Markmann. Insgesamt werde der Wald auf etwa 40 Hektar eingeschlagen. Buchen des Unesco-Welterbes im Kerngebiet des Nationalparks sind nicht betroffen, wie der Nationalpark klarstellte.

Kritik am Harvester

Für den Einsatz eines Harvesters habe sich das Nationalparkamt wegen der höheren Arbeitssicherheit entschieden. Kritiker bemängeln, dass solche schweren Fahrzeuge den Boden schädigen und zur Bodenverdichtung führen.

Der Harvester eines Dienstleistungsunternehmens komme daher nicht bei Regen und aufgeweichtem Boden zum Einsatz, sagte Markmann. Viele Arbeiten würden auch per Hand von den Mitarbeitern des Nationalparkamtes erledigt. „Aber alleine könnten wir das nicht schaffen”, sagte die Sprecherin. Wenn der Wald neben der Straße ausgedünnt werde, stärke das zugleich die verbleibenden Bäume, die mehr Platz für Kronen und Wurzeln bekämen.

Stämme werden verkauft

Auch in den nächsten Jahren müssen nach Angaben des Nationalparkamtes entlang der Straßen in dem Schutzgebiet Bäume gefällt werden. Grundsätzlich würden Bäume im Wald und somit im Kreislauf der Natur bleiben. Ausnahmen gebe es für die geschlagenen Bäume an der Straße, sagte Markmann. Sie müssten aus Gründen der Arbeitssicherheit entfernt werden. Die Stämme werden verkauft, damit ein Teil der Kosten wieder hereinkommt.

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