Komplett ausgeweidet
400-Kilo-Ochse bei Ludwigslust gerissen - Wölfe am Werk?

Der junge Ochse war bereits ausgeweidet, als er entdeckt wurde.
Der junge Ochse war bereits ausgeweidet, als er entdeckt wurde.
Nicole Gottschall

Ein Mitarbeiter eines Agrar-Betriebs entdeckte das Tier am frühen Morgen – und sah offenbar zwei Wölfe weglaufen. Das Landwirtschaftsministerium bestätigt den Vorfall.

Bei Ludwigslust haben Wölfe vermutlich einen jungen Ochsen gerissen. Das berichten das Landwirtschaftsministerium und der betroffene Agrar-Betrieb aus Grebs-Niendorf. Am Mittwochmorgen gegen sechs Uhr habe ein Mitarbeiter den toten Ochsen auf einer Weide entdeckt, sagte Hans-Werner Mau, Geschäftsführer der Niendorfer Landerzeugergesellschaft.

Zwei Wölfe habe der Weidewirt weglaufen sehen. Das Gewicht des Ochsen schätzte Mau auf etwa 400 Kilogramm. Der Agrar-Betrieb liegt nahe der Lübtheener Heide, in der ein Wolfsrudel lebt.

Ministerium bestätigt Vorfall

Das Landwirtschaftsministerium bestätigte den Vorfall. „Der umgehend hinzugezogene Rissgutachter des Landes fand eine Reihe von Hinweisen, die auf einen oder mehrere Wölfe als Verursacher hinweisen”, heißt es in einer Mitteilung. Der Tierhalter habe Anspruch auf Kompensationszahlungen.

Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei werde der Kadaver nun weiter untersucht, zudem seien Proben für eine genetische Untersuchung genommen worden. Hans-Werner Mau indes ist sich sicher: „Das ist eindeutig”, so der Geschäftsführer. „Der Ochse war total zerfetzt und ausgeweidet, das muss eine ganze Familie gewesen sein.”

Nur Einzelfälle?

Bereits im vergangenen Herbst war ein Jungrind des Betriebs von Wölfen angefallen worden. Das Tier musste notgeschlachtet werden. Das Landwirtschaftsministerium geht dennoch von „seltenen Einzelfällen” aus, Rinder seien wehrhafte Tiere. Insgesamt drei Jungrinder oder Kälber seien seit 2015 im Land nachweislich von Wölfen getötet worden, bei zwei weiteren Tieren sei der Wolf als Verursacher nicht auszuschließen.

Der Bauernverband Ludwigslust fordert dennoch eine Regulierung des Wolfbestands. „Wir sind hier eingekesselt von dem Rudel aus der Lübtheener Heide und dem Kalißer Rudel”, sagt Geschäftsführerin Nicole Gottschall. „Je mehr Wölfe wir haben, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder Nutztiere angreifen.” Hans-Werner Mau sagt: „Ich will die nicht ausrotten, aber so geht es nicht weiter.”

 

Kommentare (5)

Bin ja kein Metzger, Chirurg oder Wolf. Aber das Foto sieht ziemlich "sauber" aus. Iwie scheinen alle Innereien und Blutspuren zu fehlen. Also ich bevorzuge ja eher Muskelfleisch, Raubtiere vielleicht auch. Das Foto sieht mir verdächtig steril aus. Wurde der "zefetzte" Ochse für das Bild präpariert, oder "arbeiten" Raubtiere so sauber?

Ein 400kg Ochse ist wohl kam eine attraktive Beute für eine Wolfsfamilie in der idR die Eltern jagen. Außer er ist deutlich krank oder an einer anderen Ursache gestorben. Dass Wölfe so wie Wildschwein, Fuchs und Rabe kein Aas verschmähen ist ja bekannt. Also bitte etwas mehr Infos bevor von Wolfsriss gesprochen wird.

Bei einem 400kg Ochsen, müßte das Wolfsrudel 40 Tiere stark sein, da ein Wolf nur ca. 10kg Nahrung pro Tag aufnehmen kann. Sie leben aber nur in Verbänden von 5-10 Tieren. Habe auch schon viele Kadaver von Löwenrudeln gesehen. Niemals sieht ein Kadaver so sauber aus!!! Das werden wohl andere "Raub-"Tiere" gewesen sein.

Keine Ahnung,wie ein Löwenrudelkadaver aussieht. Was sie gesehen haben waren die Knochen Reste im Käfig,des Zoos.

Das waren wohl 2 beinige die was geholt haben, der Braten liegt schon auf dem Grill, Backhaus seine Lieblings Wölfe machen sowas nicht.